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Crefelder RC schlägt Deutschland-Achter im Sprint

2. Juni 2009

Der Männerachter des Crefelder Ruder-Club hat am vergangenen Wochenende in Ratzeburg seinen ersten Tabellenplatz in der Ruder-Bundesliga (RBL) erfolgreich verteidigt. Der Frauenachter wurde wie auch am ersten Rennwochenende Zweiter.


Das intensive Training der vergangenen Wochen hat sich für die beiden Achter des Crefelder Ruder-Club (CRC) bezahlt gemacht. Bei den Frauen zeigte sich in den Qualifying-Rennen am Freitag Abend zwar die alte Stärke der RG Hansa Hamburg - beide Hansa-Boote konnten aus der ersten Startreihe starten. Die Krefelder Frauen sicherten sich zunächst jedoch Startplatz drei, nachdem sie als Tabellenzweiter in dieses Rennwochenende gestartet waren. Auch die Männer mussten einen kleinen Rückschlag hinnehmen - sie wurden das erste Mal in dieser Saison besiegt und mussten sich mit dem zweiten Startplatz zufrieden geben. Die "Rhein-Ruhr- Pred8Oars" aus Essen und Leverkusen durften mit Startnummer Eins dieses Rennwochenende bestreiten.

Frauenachter gewinnt Silber

Die Finalläufe im voll besetzten Karl-Adam-Stadion am Küchensee waren geprägt von packenden KO-Duellen. Bei den Frauenachtern wurde die neue Gruppenphase analog der bekannten Fussball-Modi erfolgreich getestet. Im weiteren Rennverlauf Boot gegen Boot schaltete der Krefelder Frauenachter im Halbfinale das zweite Boot der RG Hansa Hamburg aus und traf am Samstagabend zur Primetime vor 2000 jubelnden Zuschauern auf die erste Garde es erfolgreichsten deutschen Frauenruderclubs. Unter dem Jubel der Tribüne waren es dann aber wieder einmal die Abonnementsiegerinnen von der Außenalster, die im Schlussspurt den Krefelder Achter niederrangen und auf den Silberplatz verwiesen. Diese gleiche Positionierung wie am ersten Bundesligawochenende vor einem Monat in Münster lässt auf weitere spannende Rennen an den kommenden Renntagen hoffen und vielleicht gelingt dem Frauenachter des Crefelder RC ja auch schon nach der Sommerpause Ende Juli in Castrop-Rauxel die Revanche für die zwei bisherigen Finalniederlagen.

Männerachter baut Führung aus
In der Männer-Konkurrenz kristallisierten sich die vier besten Teams für das Halbfinale schnell heraus. In einem absoluten Kracher-Rennen trafen die Zeitfahrsieger aus Essen-Leverkusen direkt auf den Deutschen Sprintmeister aus Krefeld und unterlagen trotz erheblicher Leistungssteigerung dem amtierenden Tabellenführer der Bundesliga. Im zweiten Halbfinale setzte sich der Münster-Achter gegen Hamburg durch, so dass im qualitativ hochwertigsten Rennen des Tages das ewige NRW-Duell Münster gegen Krefeld auf dem Plan stand. Die beiden besten deutschen Clubachter der letzten Jahre auf der Sprintdistanz lieferten sich und den Zuschauern ein absolut finalwürdiges Rennen. Erst auf den letzten Metern setzten sich die technisch sehr gut eingefahrenen Krefelder vom Erzrivalen ab, siegten mit wenigen Zentimetern Vorsprung und holten sich so den zweiten Sieg am zweiten Rennwochenende. Aber der Münsteraner Achter hat sich seit dem Saisonauftakt weiter gesteigert und rückt dem Tabellenführer vom Niederrhein immer weiter auf den Pelz und belegt nun den zweiten Tabellenplatz.

Schneller als "Deutschland"

Als besonderes Highlight für die Zuschauer und auch die Ruderer traten am Ende des Tages der jeweilige Tabellenführer der Männer- und Frauen-Bundesliga gegen den Deutschland-Achter der Frauen und Männer auf der Sprintdistanz an. Nachdem die Hamburger Frauen von der Nationalmannschaft klar mit einer Bootslänge besiegt wurden fand das Rennen Crefelder RC gegen das Boot des Deutschen Ruderverbandes statt. Dies lieferte den Zuschauern das spannendste und auch knappste Rennen des Wochenendes. Gerade einmal 4/100 Sekunden lagen die beiden Boote auseinander, so dass nur nach mehrmaliger Betrachtung des Zielfotos letztendlich der Männerachter vom Elfrather-See als Gewinner feststand. In 1:01,66 hatten die Krefelder Jungs rund um Schlagmann Matthias Simons die 350m lange Sprintdistanz gerudert. Es zeigte sich, dass im Sprint nicht unbedingt die reine Kraft zählt, sondern vielmehr auch, wie eingefahren und aufeinander abgestimmt ein Achter bei Schlagzahl 50 arbeiten kann.

Nachdem mit bloßem Auge der Sieger nicht auszumachen war, kannte der Jubel der Mannschaft von Trainer Christoph Lüke nach der Bekanntgabe des Gewinners dementsprechend keine Grenzen mehr. "Mein lieber Scholli, jetzt ist aber auch erst einmal gut. Erst sieben mal 350 m, dann noch mal 2000 m und dann noch einen Sprint oben drauf ist für uns auch das absolute Ober-Limit der Leistungsgrenze. Wir haben mittlerweile akzeptiert, das Laktat zu unserem Leben gehört, aber das Rennen gegen den Deutschlandachter hätte auch nicht 5m länger sein dürfen. Dies zeigt jedoch, welches Niveau die besten Liga-Achter auf der Sprintdistanz erreicht haben. Und dass wir den berühmten Deutschland-Achter geschlagen haben passiert uns ja auch nicht alle Tage", gibt sich Lars Henning (27 Jahre) aus dem Mittelschiff des alten und neuen Tabellenführers ebenso glücklich wie geschafft.

Beide Bundesliga-Achter konnten somit ihre Leistungen des ersten Rennwochenendes aus Münster bestätigen und der Männerachter sogar seine Führungsposition ausbauen. Der zweite Platz der Frauen hinter Hansa Hamburg wurde zudem gefestigt und die nachfolgenden Boote auf Distanz gehalten.


Besetzungen der Achter in Ratzeburg:
Männer: Moritz Koch, Larus Melka, Thorben Henning, Lars Henning, Andreas Baloghy, Dirk Materer, Thorsten Hütz, Matthias Simons, Steuermann Stefan Lier

Frauen: Sarah Mölders, Carolin Staelberg, Geraldine Schulz, Manuela Staelberg, Franziska Horbach, Melanie Staelberg, Maren Russe, Julia Witsch, Steuerfrau Kristin Heume

Quellen: ruderbundesliga.de / rudern.de
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Autor: Jan Nikolai Trzeszkowski
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