Crefelder Ruder-Club 1883 e.V.

Lukas Geller startet am Zuckerhut in Rio zur Medaillenjagd bei Junioren WM

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© Deutscher Ruderverband/CEWE Studio

5. August 2015
Ein Jahr bevor in Rio de Janeiro die Olympischen Sommerspiele starten, findet die Junioren WM als Testlauf für die Organisatoren statt. Mit dabei die U19 Athleten des Deutschen Ruderverbandes, die die Strecke des Lagoa Rodrigo de Freitas, die traumhaft unterhalb des Zuckerhutes gelegen ist, testen.

Bereits seit Sonntag rudern die U19 Athleten dort, damit sie 5 Stunden Zeitverschiebung bis Donnerstag, wenn die Vorläufe starten, aufgeholt haben. Mit dabei Lukas Geller vom Crefelder Ruder-Club, der Deutschland im U19 Vierer ohne Steuermann vertreten wird. Doch bevor es für Geller in Rio los ging, stand für ihn ein 4,5 Wöchiges Trainingslager, mit der Mannschaft des DRV, in Berlin Grünau an. 

Während die Klassenkameraden von Geller, der in Oberhausen das Hans-Sachs-Berufskolleg besucht und sich später dem Maschinenbau-Studium widmen möchte, die Sommerferien im Urlaub, oder entspannt zu Hause genießen, schellte für ihn in Grünau bereits um 6 Uhr der Wecker. Die erste Trainingseinheit von 20 Km im Vierer ohne Steuermann, anschließend Frühstück und um 10:30 Uhr dann weiter zum 80 Minütigen Krafttraining. Nach dem Mittagessen dann ein wenig ausruhen, bevor es wieder 20 Km rudern hieß, um dann den Tag um 18:00 Uhr mit einer 1 Stündigen Gymnastikeinheit ab zu schließen. Dieser Tagesablauf bestimmte 2,5 Wochen den Trainingsrhythmus der jungen Athleten, bevor die Intensitäten auf dem Wasser größer wurden und die Trainingsumfänge zurück geschraubt wurden. „Die ersten Wochen waren schon hart, besonders alle 2 Tage Krafttraining, hat ganz schön müde gemacht, aber rückblickend haben wir gut durchgehalten und den Effekt merkt man deutlich“, so Geller kurz vor dem Abflug nach Rio, „wir fühlen uns gut vorbereitete und wollen in den Kampf um die Medaillen eingreifen!“ Kein unbescheidener Wunsch, doch bei der Deutschen U19 Meisterschaft im Juni auf dem Fühlinger See in Köln gelang dem Quartett eine Machtdemonstration. Zusammen mit seinen Teamkollegen Lukas Föbinger (Witten), Johannes Renz (Dortmund) und Christopher Reinhardt (Dorsten) dominierte Geller, das Teilnehmerfeld nach Belieben. Das Trainingslager in Grünau endete mit einem Ergometer-Stufentest, den Geller mit persönlicher Bestzeit absolvierte, und abschließenden Rennen (Relationsrennen) über die 2000-Meter-Distanz, bei der unterschiedliche Boote gegeneinander fahren. „So richtig gut war das Relationsrennen nicht, aber wir wissen was wir besser machen müssen und ich glaube im Rennen gelingt uns das auch, jetzt ist jeder hell wach!“, analysiert Geller die Abschlussbelastung. 

Gestern war die Eröffnungsfeier, zuvor hatte das deutsche Team gemeinsam die Christus Staue besichtigt und eine kleine Stadtrundfahrt gemacht. „Das war schon sehr beeindruckend, besonders der Blick vom Zuckerhut“, so Geller.  Donnerstag  wird es in Rio im Vorlauf ernst, 16 Boote bewerben sich um den WM Titel. Der hoffnungsvolle deutsche Vierer will den direkten Weg ins Halbfinale nehmen, um sich einen kräftezehrenden Hoffnungslauf zu ersparen. Als einen Hauptrivalen hat Geller das Boot des Schweizerischen Ruderverbandes ausgemacht, auf die sie bereits im Mai gestoßen sind: „Bei der internationalen Junioren-Regatta in München haben wir gegen sie verloren. Die Schweizer waren richtig stark!“ so Geller. Anders als die Schweiz, befand sich der DRV noch im Bildungsprozess mit seinen Bootsklassen und so kann man vom Deutschen Team eine deutliche Steigerung erwarten. Aber nicht nur die Schweiz, sondern auch die Commonwealth Staaten und auch die USA, werden dem Deutschen Vierer mächtig ein heizen und ihren Anspruch deutlich machen.

Geller ist seit 2014 Mitglied des Crefelder Ruder-Clubs:„In Krefeld ist die Trainingsgruppe größer, hier gibt es mehr Ruderer in meinem Alter, und Sabine Tschäge macht ein Supertraining. Ich werde optimal gefördert und bin sehr zufrieden“, heißt es. Ein stimmiges Paket also, mit der Konsequenz JWM-Teilnahme, die er sich zielstrebig und hart erarbeitet hat.

Autor: Sabine Tschäge
Tags: Junioren | International
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