Crefelder Ruder-Club 1883 e.V.

WM Vorbereitung läuft für Lisa Schmidla und Jonathan Rommelmann auf Hochtouren

24. August 2015
Während Lisa Schmidla sich in Ratzeburg intensiv auf das Projekt WM Titelverteidigung mit dem Frauen Doppelvierer vorbereitet, rudert Jonathan Rommelmann in Rostock seinem nächsten Saisonhöhepunkt im leichtgewichtigen Männerdoppelvierer entgegen. Beide Athleten des Crefelder Ruder-Clubs bereiten sich intensiv auf die Weltmeisterschaft vor, die vom 30.8. bis 6.9.2015 in Aiguebelette/Frankreich stattfindet. Die Naturstrecke ist malerisch in den Bergen der Rhone-Alpes gelegen.

Vor 6 Wochen wurde Lisa Schmidla in Luzern/Schweiz World Cup Gesamtsiegerin. Alle 3 Starts beim World Cup hat der Deutsche Doppelvierer mit Schlagfrau Schmidla gewonnen und als Zugabe noch den EM Titel im Mai in Poznan/Polen geholt. Damit geht der Vierer bei der WM als klarer Favorit in das Rennen.

 Doch bevor es soweit ist, ging es von Luzern aus direkt ins 20 tägige Trainingslager nach Weißensee/Österreich. Grundlagentraining stand erst einmal auf dem Programm, das heißt Kilometer „schruppen“, intensives Krafttraining und viel Gymnastik absolvieren. Zum Ausgleich wurde auch Mountainbike gefahren „das ist am Weißensee Super und hilft die Trainingsroutine zu durchbrechen, mir macht das immer viel Spaß“ erzählte Schmidla, als sie nach dem Trainingslager für einen 6 tägigen „Zwischenstopp“ in Krefeld bei ihren Eltern war und mal wieder im heimischen Bootshaus trainiert hat, bevor es weiter nach Ratzeburg ging. Für die 24 jährige Journalistik Studentin ist das voroympische Jahr bereits ein kleiner Vorgeschmack auf das, was ab Herbst für die Olympiavorbereitung laufen wird. 

Wer jedoch denkt, dass nach der Siegesserie jetzt erst einmal ein wenig entspannter trainiert werden kann, der irrt. „Wir wissen genau, dass die Holländerinnen und Polinnen über die Saison immer besser in Schwung gekommen sind, aber auch die anderen Nationen werden sich weiter entwickeln. Daher reicht es nicht, wenn wir nur versuchen würden unseren Level zu halten. Ich weiß, dass wir noch erhebliche technische Reserven haben und die will ich mit meiner Mannschaft nutzen um uns weiter zu bringen“, denn das Ziel „Olympische Medaille“ hat Schmidla immer fest vor Augen. Daraus schöpft die Studentin, die im letzen Jahr bereit einen Traum von sich, mit dem Titelgewinn realisieren konnte, die Energie bei jeder Trainingseinheit an ihre Grenzen gehen zu können. „Natürlich ist es nicht immer gleich gut und auch nicht immer leicht! Bei täglichen 3- 4 Trainingseinheiten, merkt man die körperliche Belastung“, aber Schmidla ist inzwischen zur Führungspersönlichkeit gereifte und kann mit dem Druck der Favoritenrolle um gehen. 

Im Ratzeburger Trainingslager, was bis zum Abflug am 27.8. nach Aiguebelette dauern wird, trainiert sie zusammen mit einem Großteil des deutschen Teams. Immer wieder werden „Sparringswettkämpfe“ über unterschiedliche Streckendistanzen gefahren. „Bisher kommen wir gut voran, auch das Wetter spielt mit“ erzählt um 21:30 Uhr eine erschöpfte Schmidla am Telefon, nachdem sie zusammen mit Bundestrainer Sven Ueck/Berlin noch die Videoaufnahmen ihrer Strecken an diesem Tag ausgewertet hatte. 

Der frisch gebackene U23 Weltmeister Jonathan Rommelmann rackert sich derweil im Trainingslager in Rostock ab. Für den 20jährigen Medizinstudenten, nach dem Titelgewinn, ein weiterer Höhepunkt in seiner noch jungen Karriere. 6 Tage nach der Triumpffahrt in Plovdiv/Bulgarien am 26.7.2015 ging es für ihn zunächst nach Ratzeburg, zur 5 tägigen Mannschaftsbildung für den leichtgewichtigen Doppelvierer. Rommelmann und sein Doppelzweier Partner Philipp Grebner/Mainz, waren von Chef-Bundestrainer Markus Schwarzrock/Hamburg nach dem Titelgewinn gesetzt worden, so dass nur noch zwei Positionen ausgefahren werden mussten. Mit Daniel Lawitzke/Berlin ist ein erfahrener Athlet, der letztes Jahr Silber in dieser Bootsklasse gewinnen konnte und Roman Acht/Limburg, mit dem Rommelmann schon einmal zusammen gerudert ist, an Bord gekommen. Jetzt trainiert das Boot gemeinsam mit dem Achter und Frauen Doppelvier der Leichtgewichte in Rostock, bevor sie zur Abschlussbelastung, dem „Relationsrennen“ wieder nach Ratzeburg reisen. 

„Wir haben erst einmal einige Einheiten gebraucht, bis wir zusammen gekommen sind. Philipp und ich sind durch den Doppelzweier ja aufeinander eingestimmt, aber die anderen beiden mussten sich erst an den Rhythmus gewöhnen, aber mit jedem Tag kommen wir weiter voran“, so Rommelmann, der seiner ersten WM Teilnahme entgegen fiebert. Ähnlich wie Schmidla, merkt auch er die deutliche Ermüdung durch die hohen Traingsumfänge, was aber ein gewollter Effekt ist. Zudem muss Rommelmann auf sein Gewicht achten, gerade einmal 70 Kg darf er auf die Waage bringen. Das ist das Gewicht, für jeden einzelnen Athleten, der in der leichtgewichtigen Bootsklasse startet.

Läuft alles wie geplant, dann wird sich das intensive Training nach einer kurzen Erholungsphase, in der die Trainingsumfänge deutlich zurück geschraubt werden, positiv zum ersten Start bei der WM bemerkbar machen. Bis dahin werden aber beide CRC Athleten noch weitere Kilometer abgespult haben. In jede Trainingseinheit ihre große Motivation in die Verbesserung des Schlages gesteckt haben, denn wer das Gefühl einmal erlebt hat, wie es sich anfühlt, wenn das Boot gleitet und fast ohne „Aufwand“ schnell fährt, der ist süchtig danach und will dieses Gefühl immer und immer wieder erleben!

Autor: Sabine Tschäge
Tags: Senioren | International
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