Crefelder Ruder-Club 1883 e.V.

30. PeWo - Rudertour 2009

29. April 2010
Hongkong - Guilin -Shanghai
Vom 5.-18. November
Die 30. Wandertour auf Europas und Kanadas Flüssen und Seen sollte die letzte von Peter Vogt organisierte sein und gleichzeitig einen Höhepunkt bilden. Mit dem Ziel auf Chinas romantischsten Lijiang-River zu rudern, war es ein Höhepunkt!

Am 5. November startete die 20 Männer und Frauen starke Crew (Durchschnittsalter 66) mit der Lufthansa von Düsseldorf über München nach Hongkong. Faszinierend die architektonisch gelungene ...

Hongkong - Guilin -Shanghai
Vom 5.-18. November
Die 30. Wandertour auf Europas und Kanadas Flüssen und Seen sollte die letzte von Peter Vogt organisierte sein und gleichzeitig einen Höhepunkt bilden. Mit dem Ziel auf Chinas romantischsten Lijiang-River zu rudern, war es ein Höhepunkt!

Am 5. November startete die 20 Männer und Frauen starke Crew (Durchschnittsalter 66) mit der Lufthansa von Düsseldorf über München nach Hongkong. Faszinierend die architektonisch gelungene Flughalle. Mit dem Bus wurden wir abgeholt nach Kowloon ins Luxushotel "Intercontinental". Abends Bummel und mit der alten Ferry nach Hongkong Island zum Essen im Nobel-Restaurant Mandarin, bzw. eine Hälfte der Ruderer aß "chinesisch lower" aber offensichtlich nicht weniger gut.
In der Felix-Bar des "Peninsula" genossen wir bei phantastischer Aussicht auf die Skyline von Hongkong (auch von den schönsten Toiletten aus gesehen!) und Aircondition einen Plausch mit unserem 2. Flugkapitän Philip Jordan, der unsere Maschine geflogen hatte. Noch schöner war die Aussicht auf die Schiffe und die erleuchteten Hochhäuser von der Bar des Fünf-Sterne Hotels "Sheraton".
Am nächsten Morgen startete die Busrundfahrt mit Melinda in die Hongkong-Altsadt: Man Mo Tempel, Catstreet, und auf die Insel Aberdeen Fishing Village DimSum, hier konnte man sich die Fische lebend aus den Fischbecken aussuchen und gekocht, gebraten, frittiert mit Haut und Gräten essen, diese Manier war etwas gewöhnungsbedürftig für die meisten, außer für Aurel. Bei den Temperaturen an die 30 ° C. bei hoher Luftfeuchtigkeit war es am nächsten Tag eine willkommene Gelegenheit in Repulse Bay zu schwimmen oder spazieren zu gehen Der Bus brachte uns dann zum Stanley Market, Englische Kultur, altes Fort, abwechslungsreiche Landschaft, grüne Hügel, kahle Felsen, schöne Meeresbuchten.
Abends nahm die Menschenschlange vor der Zahnradbahn, um auf den Victoria Peak zu kommen, fast eine Stunde in Anspruch, so dass wir den Sonnenuntergang verpassten, trotzdem versöhnte uns die fantastische Aussicht auf das beleuchtete Island, und die zahlreichen Fotos beweisen: es hat sich gelohnt! Von dem unglaublichen Rummel mit den klotzigen Neubauten musste man absehen.

Vor dem Abflug nach Guilin unternahmen wir noch eine Fahrt mit der berühmten bunt angestrichenen Tram ( kostet 1 Hongkong Dollar) durch die Altstadt von Hongkong Island. Überrascht wurden wir durch die von Hunderten von Frauen und Mädchen verstopften Fußgängerbrücken und besetzten Fahrstraßen , durch die wir uns schweißtriefend durchkämpften. Die Aufklärung war: jeden Sonntag ist Ladies Day, da treffen sich die philippinischen Hausangestellten an ihrem freien Tag in der City, essen trinken und erzählen miteinander. Hongkong ist eine quirlige wirbelnde Stadt mit engen Gassen, jedwede Kaufgelegenheit von elektronischen Geräten über teure Antiquitäten und billige Folklore. Die Kulissen der sich übertrumpfenden Hochhäuser vor den steil aufragenden Bergen im Angesicht des chinesischen Meeres mit seinen ungezählten Hausbooten ist beeindruckend.
Später vor der Skyline von Shanghai wurde diskutiert: welche Stadt ist schöner, welche aufregender und beeindruckender? Hongkong oder Shanghai?

Bei dem Abflug nach Guilin gab es Komplikationen bei der Abfertigung, irgendwer fehlte mal wieder auf der Liste der Gruppenreisenden, die Chinesen hatten verständlicherweise Schwierigkeiten mit unseren Namen. Nach einstündigem Flug wurden wir von Jürg Rosenberger, dem Captain vom Guilin-Rowing- Club mit seinen Helfern abgeholt, das waren Paddy, der englischsprechende chinesische Reiseleiter, Tiger der Fahrer des Landrovers und der Busfahrer. "Was habt Ihr denn alle so riesig schwere Koffer, habt Ihr Ersatzboote mit??" fragte Jürg, nachdem mit viel Mühe unsere Koffer in dem 30 Mann Bus verstaut waren. Aber im Laufe der folgenden Woche bekam der Fahrer Übung darin, unsere Koffer rein in den Bus und raus aus dem Bus zu hieven.
Es ging direkt in ein zünftiges chinesisches Restaurant, dass auf uns gewartet hatte, inzwischen war es 21 Uhr und seit 19 Uhr dunkel. Zünftig hieß runde Tische, rot lackierte Holzverkleidungen, Stehklo neben der Küche, Essen mit Stäbchen (wer es nicht schaffte, organisierte sich eine Plastik-Gabel ) aus kleinen Schalen und Tellerchen, Tee und Bier und zu guter letzt Reisschnaps aus Wassergläsern. Müde fielen wir im 4-Sterne Hotel " Bravo" in unsere Betten.

Am nächsten Morgen fuhren wir im Bus zu einer Anlegestelle der Touristikboote, der Bus fuhr mit unserem Gepäck weiter und wir bestiegen eins der bunten Schiffe, die in einer Kolonne von etwa 30 Booten den Li-River hinunterfuhren. Bei schönem Wetter, es waren etwa 30° C und schwül, aber auf Deck des Schiffes ging eine angenehme Brise, innen natürlich Aircondition. Diese Schiffsfahrt war mit das Schönste an Landschaft, was wir gesehen haben. Der Fluss schlängelte sich durch die steil am Ufer aufragenden und sich in der Ferne fortsetzenden Berge. Kleine Bambusboote machten an der Schiffswand fest und boten ihre Waren feil. Wasserbüffel aalten sich im Schlamm, Enten und Wasservögel, Kormorane, die für den Fischfang abgerichtet werden, harrten auf schmalen Bambusbooten aus oder an den bambusbewachsenen Ufern. Bizarre Felsformationen, die poetische Namen haben wie "Five Fingers Hill", "Painted Hill of nine Horses", "Yearning for Husband Rock", "Yello Cloth Shoal", fesselten unseren Blick zwischen grün bewachsenen Hügeln, - wirklich eine malerische Kulisse!

Nach vier Stunden erreichten wir Yangshou, unseren Ausgangsort für die Rudertour. Hier wurden wir geradezu überfallen von den Andenkenverkäufern, die uns bis in die Stadt zum Hotel verfolgten. Bude an Bude, Laden an Laden durch die ganze Stadt. Ich hatte diese Stadt von vor 18 Jahren als einen beschaulichen gemütlichen Ort mit vielen kleinen Garküchen in Erinnerung, aber nichts mehr davon habe ich wiedergefunden. Das 4-Sterne "Sovereign-Hotel" zeigt eine alte Pracht mit schönem Blick auf den Li-Fluß. Abends beeindruckte uns eine Open-Air Licht-Revue "Impression of the third Sister Liu", nach einer klassischen Liebesgeschichte. Phantastisch vor dem Hintergrund der angestrahlten Berge mit phantasievollen Kostümen, westlicher Musik und chinesischen Sängerinnen. Jeden Abend 2 Vorstellungen mit je 3000 Besuchern! Bummel durch die Altstadt, Essen in einem Market: runde Tische mit Plastikdecken, Geschirr in Plastik verpackt aus der auswärtigen Spülküche, primitivste Kochküche in Garagenhöfen, in denen das Fett von den Wänden troff. Trotzdem schmeckte uns das Essen, wenn auch ein Schnaps nötig war. Auf das benachbarte Klo sollte man besser verzichten, wurde uns zugeflüstert....

Am darauffolgenden Dienstag, dem 10.11. sollte unsere Rudertour auf dem Li-River beginnen. Den Auftakt dazu bildete eine Radtour 20 gute Touren-Fahrräder warteten neben dem Hotel auf uns. Wir genossen die Fahrt auf einer relativ ruhigen Landstrasse durch die Berglandschaft, gesäumt von kleinen Feldern und Dörfern bis zu einem größeren Dorf Puyi, das sehr wichtig für unsere weitere Tour wurde. Wir besichtigten nämlich eine Schnapsbrennerei, der Reis wurde in einer alten Halle neben dem Bett des Ehepaares getrocknet und kam dann in Tonfässern zum Gären. Einige waren so clever, direkt einen Kanister Schnaps zu ordern, der uns bis zum Schluss der Rudertour begleitete und uns in manch ungewohnter Situation rettete.
Auf einem Floss auf dem Fluss war Essen für uns bestellt und die Ruderboote lagen am Ufer für uns bereit: Vier Vierer mit Stm., sie hatten wenig Stauraum, waren aber 76 cm breit und sie ließen sich sehr gut rudern. Wir waren begeistert über den Zustand der weißen Kunststoff- Boote und, wenn auch die Chinesen sie als seelenlos bezeichneten (wohl im Gegensatz zu Bambus- oder Holzbooten zu verstehen). Wir starteten in einheitlichen CRC-Shirts, nicht ohne dass Paddy, unser englisch sprechender begleitender Chinese, ein lautstarkes Feuerwerk entzündete, um die bösen Geister fernzuhalten. Das ist ihm aber nicht ganz geglückt, denn gegen Ende der Tour wurden wir von einem Polizeiboot festgehalten. Klaus Overbeck machte heimlich das letzte Foto in Freiheit. Nach längerem Palaver zwischen Jürg, der uns ständig mit seinem roten Schlauchboot begleitete, und der Polizei , mussten wir 2 Kilometer zurückrudern und an einer primitiven Anlegestelle, wo Kies gebaggert wurde, die Boote an Land ziehen. Jürg hatte inzwischen unseren Bus wie auch den Landrover, unseren Pickup dorthin per Handy geordert. Was war geschehen? Jürg hatte natürlich die Genehmigung von den chinesischen Behörden, aber von einem anderen Vorgesetzten, die Polizisten an Bord konnten aber ihr Gesicht nicht verlieren und bestanden darauf, dass wir die Tour auf dem Fluss abbrechen mussten. Im Lauf des Abends kam dann über Handy die Nachricht, dass wir am nächsten Tag weiterrudern durften, später sogar eine Entschuldigung.

Am nächsten Morgen zeichnete sich nach dem schwül-warmen Wetter ein Wetterumschwung an. Start bei Nieselregen in Pingle. Der Regen und Wind wurden immer heftiger. "Das ist der nasseste Tag der Trockenzeit, den ich erlebt habe" meinte der vor Kälte zitternde Leader Jürg. Wir waren schließlich alle bis auf die Haut und die Unterhose nass, auch die mit der teuren Regenkleidung bis auf Armin, der ein Regencape als Werbegeschenk anhatte! Die Mittagspause war in dem Dorf Dappa angesagt. Nach schwierigem Landemanöver über zwei Lastkähne am Ufer, kletterten wir über eine Leiter die Böschung hoch, suchten eine Pinkelecke auf, aber die gaffenden Leute des Dorfes machten das schwierig. Auf dem Weg zum "Esslokal" kauften schon einige Klamotten in einer Markthalle. Es wurde heftig gehandelt, umgerechnet kostete ein langärmeliges Shirt 2-3 Euro. Die Herberge hatte 3 Etagen mit verwinkelten Esszimmern, die gerade "abgegessen" waren. Wir nahmen alle in Beschlag, um uns umzuziehen, auch im Treppenhaus, auf dem Balkon, vor dem Abtritt, vor der Kochstelle. In einem Zimmer mit 2 niedrigen runden Tischen auf Fußhöckerchen nahmen wir dann Platz um zu essen. Kaum vorzustellen: einfach, einfach! Aber unsere Laune war nicht zu trüben, wir haben gesungen "Wir haben Hunger, Hunger, wir haben Durst ..."

Der Höhepunkt unserer Landparty: das O°Zongxin Guesthouse in Guangyun, wo wir bäuerlich einfach, in einem gut gebauten dreistöckigen Steinhaus übernachteten. Wir inspizierten die Schlafräume und hielten die Luft an, uns blieb die Sprache weg, dabei waren die Betten extra mit weißer Bettwäsche von unserem Schweizerteam bezogen worden! Wir konnten in dem weiträumigen Treppenhaus unsere nassen Klamotten zum Trocknen aufhängen. Das Abendessen fand in der unteren Halle des Treppenhauses statt, auf kleinen Fußhöckerchen sitzend, die Männer wussten nicht, wohin mit ihren Beinen und standen die meiste Zeit. Pe, ganz clever, hatte ein Kinderstühlchen mit Lehne auf einen etwas größeren Hocker gestellt und hatte so den Überblick. Detlef, Aurel und Reiner hatten auf einer Holzbank Platz gefunden, dann setzte Iris sich dazu und die Bank krachte zusammen, das Gegröle war groß. Es war klar, dass uns hier nur der Schnaps retten konnte. Der Wirt wurde zum Schnaps eingeladen, Brüderschaft wurde getrunken, er revanchierte sich mit einer Zigarettenrunde. Klaus B. ließ sich verführen, nach 50 Jahren eine Zigarette zu paffen. Pe versuchte ein Tänzchen mit der Wirtin, die sich aber sehr zierte. Die Stimmung stieg bis wir den Wirt anfeuerten, sein Hemd auszuziehen, um Kungfu zu demonstrieren. Sein "Hahaha" war seine Völkerverständigung auf chinesisch. Es wurde viel gelacht, und dank des Schnapses haben wir alle trotz der harten Pritschen gut geschlafen. Die Handduschen über dem Abtritt wurden aber wohl kaum von uns genutzt, auch aufs Zähneputzen verzichteten wir lieber. Man kann doch mit sehr wenig auskommen, stellten wir fest, denn selbst unser minimales Handgpäck stellte sich als überflüssig heraus. Frühstück bei Nudel- und Reissuppe wurde von einigen absichtlich verschlafen, andere mussten sich mit hartgekochten Eiern begnügen. Die Reste der zerbrochnen Holzbank fanden sich mit Flaschen und Büchsen auf dem Müllhaufen direkt hinter dem Haus vor der offenen Tür, die Essensreste wurden daneben den Fluss heruntergekippt...Trümmerreste des abgerissenen Vorgängerbaues waren noch zu bestaunen. Die Partei hatte am Ende des Ortes übrigens einen sehr stattlichen Bau am Hang. Unser kleines Handgepäck wurde von dem Schlauchboot über den Fluß zum" Pickup" gebracht, denn auf unserer Seite gab es keine Autostraßen.
Wetter bedeckt und kühl, aber ohne Regen. Beim Baijiang Power Station Damm beeindruckende Schleusen-Durchfahrt, 20 m hoch und 100 m lang. Unser Gesang "Das Tor geht auf" hallte sehr schön wieder.
Die Mittagspause in Daguang übertraf noch unsere bisherigen Erfahrungen. Das ganze Dorf kam zusammen, hier kommen keine Touristen mehr hin. Um uns zu bewirten, wurde ein niedriger Schemel mit einer runden Platte darauf auf der Straße aufgestellt. Als es zu regnen anfing, so flüchteten wir in die Küche, alle auf engstem Raum mit Hund und Katze und Kindern, Klo direkt daneben. Dann ruderten wir bis Zhaoping, eine Stadt deren Bild durch lauter rote motorisierte Fahrrad-Rikschas geprägt war. Wir übernachteten in einem einfachen chinesischen Hotel, das es mit Sauberkeit und Service nicht so genau nahm, aber dafür hatten wir eine sehr anregende Unterhaltung mit unserem Chinesen Paddy und dem Captain Jürg, die uns viel über die chinesische Gesellschaft erzählen konnten. Nach dem Frühstück mussten Klaus und ich einen Whisky auf dem Zimmer trinken, weil uns von den fett gebratenen Nudeln übel war.
Der Bus fuhr uns zurück nach Guihua durch eine grüne Berglandschaft, Tee und Bananen wuchsen am Wegesrand. Am Abend vorher hatte Jürg, bis zur Brust im Wasser stehend, die Boote am Ufer festgebunden. Das Wasser war viel wärmer als die Luft, die höchstens 14° hatte. Aber Hurra, jetzt schien die Sonne! Wir ruderten erst noch einen Seitenarm vom Pui-River, malerisch enges Tal, Natur pur. Dann ruderten wir bis zum Zhaoping Power Station Damm durch eine Schlucht, die begrünten Berge ragten steil vom Ufer aus hoch. Wir ruderten genüsslich in der uns wärmenden Sonne!
Unsere letzte Mahlzeit nahmen wir in einem Fischrestaurant auf einem größeren Floß ein. Wir saßen an zwei großen runden Tischen und labten uns an köstlich zubereiteten Fischen und Krabben. Eine neue Variante der sanitären Einrichtung lernten wir kennen: in einem Verschlag war einfach ein Loch in die Bretter gesägt, alles schwamm "sauber" davon...wohin...egal!
Damit endete unsere erlebnisreiche Rudertour. Das hieß Abriggern, die 4 Vierer wurden in der Mitte auseinandergeschraubt und auf den "Pickup" geladen, Jürg musste zweimal die 80 km bis Yangshuo fahren. Für uns stand der Bus bereit, um uns ins Hotel in Zhaoping zu bringen, wo wir noch duschen konnten und uns umziehen. Alles war bestens organisiert. Auf der Rückfahrt umfing uns dann ab 18 Uhr die Dunkelheit auf der Autobahn, die erst im vorigen Jahr fertig gebaut worden war.

Abends wieder in unserem Ausgangsort im Sovereign-Hotel war uns wieder alles vertraut, auch das Essen im gepflegten Riverside-Restaurant. Anschließend großes Shopping auf dem Market, Pashimas, Pashimas und andere Mitbringsel für die daheimgebliebenen Ehefrauen.

Am nächsten Tag, Samstag, hieß es wieder Kofferpacken, Jür hatte noch einen Besichtigungstag für uns organisiert. Wir besuchten die größte Tropfsteinhöhle in Guangxi Silver Cave: Riesige Steinformationen, Seen, phantastisch angestrahlt, die Wege gingen wie ein Schneckenhaus im Inneren des Berges hoch, die Luft war feucht und warm.
Anschließend dreistündiger Transfer mit unserem Bus nach Longsheng zu den Reisterrassen durch Serpentinen 2000m hoch. Wir besuchten ein Minderheiten Dorf der Zhuang. Hier haben die Frauen das Sagen und tragen bodenlange schwarze Haare. Das Dorf zeichnete sich durch einen eigenen Baustil seiner Holzhäuser aus und man konnte schöne folkloristische Arbeiten kaufen. Niki wurde von Sänftenträgern die steilen Treppen hochgetragen. Uns wunderte nicht, dass die Träger nach der Hälfte des Weges ausgetauscht wurden. Jürg hatte Essen in einer gepflegten Herberge bestellt, wir bestaunten eine saubere Küche, es gab Reis in Bambusstäben gekocht und als besondere Delikatesse Bienen mit Krabben.
Spaziergang durch die Reisterassen, die abgeerntet waren. Leider war es sehr diesig und etwas regnerisch, so dass wir keine Sicht hatten.
Auf der Fahrt nach Guilin besuchten wir noch eine Teeplantage und erlebten eine Teezeremonie in einem Teehaus (natürlich ganz touristisch) Zum Abschied gab es Peking Duck in einem feinen Restaurant in Guilin. Wir waren alle müde und verfroren von dem langen Tag und den vielen Eindrücken, so dass außer Niki und Wolf wohl keiner mehr das Hotel verließ.

Am 10. Tag landeten wir nach 1 Stunde Flugzeit in Shanghai. Shanghai verlief nicht ganz so wie geplant. Das Wetter zwang uns dazu, die Stadt hauptsächlich vom Bus aus durch beschlagene Scheiben zu betrachten. Es regnete, stürmte und war kalt 4° die meiste Zeit. Unsere von Martina vermittelte Chinesin war nicht wie verabredet im Hotel Metropole. Aber sie hatte eine Fremdenführerin besorgt, die etwas Zeit brauchte um sich auf uns einzustellen, das gelang ihr zusehends und wir waren sehr zufrieden mit Bassy. Sie erzählte uns viel während der Busfahrten durch die Stadt, über die chinesische Sprache, über Zahlen, Shanghaier Taxis u.a. und führte uns in typisch chinesische Restaurants, die sie lower chinese lunch nannte, eines hieß" Jardin de Jade".
Am ersten Abend wanderten wir mit Bassy mit Regenschirmen bewaffnet in die Altstadt Chinatown. Ein Bummel auf dem Bund musste ausfallen, weil die berühmte Promenade mit Brettern zu war, sie wurde für die Expo renoviert. Die erleuchteten Dächer der Altstadt und das Teehaus, die bunten Reklamen, das quirlige Leben entschädigten uns vollends. Durch das Wetter war die Chinatown nicht so voller Menschen wie ich es kenne. Zum Abendessen trafen wir uns auf Empfehlung einer chinesischen Geschäftsfrau im Fünf-Sterne-Hotel "Westin". Hier gab es buchstäblich alles, was Dein Herz begehrt: ein italienisches Buffet zum Einheitspreis vom Hummer über Krebse, Filets, chinesische Dumplings, Süßspeisen, Obst soviel Du essen konntest!
Am nächsten Morgen stand das Nationalmuseum auf dem Programm, vor der Kasse mussten wir in strömendem Regen Schlange stehen. Neben den geliehenen Hotelschirmen kauften wir noch Knirpse für 1 oder 2 umgerechnete €uro. Im Museum verteilten sich die Menschenmassen ganz gut in den verschiedenen Abteilungen. Für mich waren 2 Stunden viel zu wenig. Es blieb keine Zeit für den Museumsshop, der wunderschöne Dinge und Bücher anbot. Derweil hatte Ute die internationale Shanghaier Zahnklinik resultiert und stieß ganz begeistert und schmerzfrei wieder zu der Gruppe. Nach dem chinesischen Mittagessen fuhren wir auf Wunsch der Männer nach Pudong , um mit dem Transrapid zu fahren, hin 8 Min. im 400 Stundenkilometer, zurück nur 300 Stundenkilometer in 13 Minuten, wenn ich das richtig in Erinnerung habe. Zum Ausgleich fuhren wir dann 2 ½ Stunden im Stau durch die Rush-Hour Shanghais. Da war nichts mehr mit Massage, wir mussten uns beeilen, um zeitig zur Akrobatic Show in der City zu sein. Eine typisch chinesische Show mit kitschiger Musik, Höhepunkt waren die fünf Motorradfahrer gleichzeitig in der eisernen Kugel, die wir schon mal im chinesischen Zirkus in Krefeld gesehen haben. Mit dem Bus ging es durch den Tunnel wieder nach Pudong zurück zum Jinmao Tower. In der 56. Etage des Hyatt Hotels wechselten wir den Fahrstuhl in die 86. Etage in das italienische Restaurant. Die Aussicht auf die Skyline von Shanghai war natürlich umwerfend, das Essen weniger. Anschließend nahmen wir in der Bar noch einen Drink, leider erloschen die Lichter ringsum nach und nach , aber die Vorstellung im dritthöchsten Haus der Welt zu sein ließ einen schwindeln.
Der nächste Morgen zeigte sich tatsächlich ohne Regen, so dass wir den Yu-Garten besuchen konnten. Shopping in Chinatown, Rainer erstand einen Bademantel für sich und Klaus O. schöne Beamtenfiguren sahen aus wie aus Elfenbein geschnitzt, Bassy handelte alle herunter, auch in dem Pearl-Kaufhaus half sie uns beim Handeln! Etwas ganz Besonderes bekamen wir noch von Shanghai mit: die moderne Kunstszene, die sich in alten Fabrikhallen präsentierte, Pe fand hier etwas für sein Wohnzimmer. Bei Einbruch der Dunkelheit Bummel durch die Französische Konzession, teure Designerläden und teure Restaurants, leider war es zu kalt, um es zu genießen.
Die anschließende Schiffsrundfahrt durch den Hafen, auf der einen Seite die hell erleuchtete Skyline von dem modernen Pudong, auf der anderen Seite die Gebäude des 20. Jahrhunderts auf dem Bund , die erleuchten Vergnügungsboote waren ein Höhepunkt unseres Shanghai-Aufenthaltes! Zum Abschluß noch ein Drink in der Smaragd Bar mit Blick auf Pudong ! Shanghai oder Hongkong welche Skyline ist aufregender? Wir entschieden, Shanghai hat mehr Geschichte, Hongkong mehr Landschaft.
Das war unser Abschied von China!

Transfer mit unserem Bus zum Pudong Flughafen. Unser Flug sollte um 24 Uhr starten, aber wir warteten noch eine Stunde auf dem Flugfeld, Normaler Flug, Weinchen trinken, essen, mit Hilfe einer Schlaftablette ein paar Stunden schlafen. Stop in München, wo die Security uns die schöne große teure Flasche Cognac abnahm und das Schlimmste war: fast hätten Klaus und Helke das Flugzeug verpasst!
Einige haben sich noch eine Erkältung eingeholt, aber wir waren alle glücklich, dass niemand ernsthaft krank geworden ist und wir alle noch lange von unseren Erinnerungen zehren können! Wir haben eindrucksvolle Bilder über das fremde Land in uns aufgenommen. Wir danken unserem Pe, der uns bestärkt hat, diese Chinatour mitzumachen. Wir haben sie nicht bereut.

Helke Bommers, Krefeld im November 2009

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