Crefelder Ruder-Club 1883 e.V.

CRC-Ruderer dominieren die NRW-Landesmeisterschaft auf der Wedau in Duisburg

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© Birgit Pfennig

12. Oktober 2018
Mit einem starken Auftritt hat der Crefelder Ruder-Club seine Vormachtstellung in Nordrhein-Westfalen unterstrichen. Nach 2017 konnte der Club auch in diesem Jahr die Gesamtwertung für sich entscheiden. Mit einem souveränen Start-Ziel-Sieg verteidigte der Krefelder-Männer-Achter den Landesmeister-Titel.

Nach mehrjähriger Umbaupause an der Regattastrecke Duisburg-Wedau, wurde diese mit der Landesmeisterschaft für die Ruderer am 6. Oktober wiedereröffnet. Bei spätsommerlichen Bedingungen stellte sich ein Rekordmeldefeld der landesweiten Konkurrenz, um die NRW-Landesmeister 2018 zu ermitteln.

Der Crefelder Ruder-Club verteidigte seinen Titel als erfolgreichster Verein. Mit dem abschließenden Achter-Rennen setzte der Krefelder Männer-Achter noch einmal ein Ausrufezeichen an das Ende einer sehr erfolgreichen Landesmeisterschaft. Mit über einer Achterlänge Vorsprung sicherten sich Moritz Koch, Lukas Geller, Jacob Schulte-Bockholt, Larus Melka, Jakob Gebel, Lars Henning, Andreas Baloghy, Marc Leske und Steuerfrau Denise Krins erneut den Titel in der Prestige-Bootsklasse.

Vier weitere Landesmeister-Titel, insgesamt zwölf Podest-Platzierungen und weitere fünf Final-Platzierungen waren die Grundlage für den Gesamtsieg. Trainer Markus Wöstemeyer zeigte sich sehr zufrieden mit dem Abschneiden seiner Sportlerinnen und Sportler: „Wir konnten in allen Altersklassen ins Finale fahren und bei den Männern, Frauen, Junioren und Juniorinnen Titel und Medaillen gewinnen. Das zeigt die sportliche Breite, die den Erfolg ausmacht.“

Den Medaillenreigen eröffnete am Samstagmittag der Frauen-Doppelzweier mit Henriette te Neues und Lena Sarassa. In ihrem ersten gemeinsamen Rennen konnten sie sich direkt auf den Bronzeplatz vorarbeiten. Im Anschluss folgten aus Krefelder Sicht zwei Knaller: Jan Renner, Andreas Baloghy, Moritz Koch und Schlagmann Jonathan Rommelmann verteidigten mit einer eindrucksvollen Vorstellung den Titel im Männer-Doppelvierer. Gleich taten es ihnen dann auch Lars Hermsdorfer, Larus Melka, Jacob Schulte-Bockholt, Jakob Gebel mit Steuerfrau Denise Krins im Männer-Vierer-mit-Steuermann. Die Crew profitierte dabei vom Ausschluss des Dortmunder Bootes, dass nach einem Regelverstoß disqualifizieret wurde. Zunächst waren die Krefelder noch als Zweitplatzierte hinter dem Vierer aus Dortmund über die Ziellinie gegangen und auch mit der Silbermedaille geehrt worden. Nach der Siegerehrung wurde das Ergebnis durch die Disqualifikation korrigiert. U23-WM-Teilnehmer Gebel zeigte sich nachdenklich: „Da bist du nicht als erster über die Ziellinie gefahren, bekommst die Silbermedaille umgehängt und dann hast du plötzlich doch gewonnen… Das ist nicht das gleiche Gefühl, wie als erster das Ziel zu erreichen.“

Der sehr junge Juniorinnen-Doppelvierer des CRC schaffte es nach einer kämfperisch starken Leistung ebenfalls auf`s Treppchen. Nach einem verhaltenen Start rollte die Mannschaft um Schlagfrau Pia Renner mit Lara Horster, Hannah Lehnen und Nurit Brinitzer das Feld von hinten auf. Mit einer sehr starken zweiten Rennhälfte kam das Boot als drittes ins Ziel und musste nur den Waltropperinnen und dem Boot aus Neuss den Vortritt lassen. Entsprechend gut war anschließend die Stimmung bei der Siegerehrung.

Das Highlight für den Crefelder Ruder-Club an diesem Renn-Samstag war das Rennen im Mixed-Achter. Eine Bootsklasse, die nur sehr selten ausgetragen wird. Hier sitzen vier Männer und vier Frauen in einem Boot. Der Club hatte gleich zwei Boote an den Start gebracht. Beide Boote setzten sich schon mit dem Start an die Spitze des Feldes und ließen der Konkurrenz keine Chance. Für den Achter aus Essen blieb nur noch die Bronzemedaille. Gold und Silber gingen nach Krefeld. Es folgte eine weiß-blaue Siegerehrung unter dem Applaus der mitgereisten Krefelder Schlachtenbummler. Das siegreiche Boot mit Matthias Keulen, Larus Melka, Andreas Baloghy, Moritz te Neues, Henriette te Neues, Theresa Lomertin, Lena Sarassa, Sophie Baloghy und Steuerfrau Denise Krins wurde mit der Goldmedaille geehrt. Silber Gewannen Theresa Pfennig, Melissa Isen, Victoria Voigt, Paula Kuhn, Jacob Schulte-Bockholt, Jonathan Rommelmann, Lars Henning, Joost Follert und Steuerfrau Karla Hartmann.

Am Sonntag konnte der Crefelder Ruder-Club neben dem Titel im Männer-Achter auch den Titel im Frauen Zweier-ohne-Steuerfrau verteidigen. Gold gewannen Viktoria Voigt und Henriette te Neues. In der gleichen Bootsklasse bei den männlichen Junioren mussten Georg Pfennig und Philip Worrings das Boot aus Münster ziehen lassen und wurden mit Silber belohnt. Unmittelbar im Anschluss gab es eine weitere Silbermedaille. Allerdings eine der besonders kuriosen Natur. Der Mixed-Doppelvierer mit Sophie Baloghy, Matthias Keulen, Jan Renner und Lena Sarassa hatte einen guten Start erwischt als Keulen nach 300m das Rudern einstellen musste. Der Dollenstift hatte sich verkantet und machte ein weiterrudern unmöglich. Die bis dahin gleich auf liegenden Essener konnten davonziehen. Den anderen dreien im Boot gelang es jedoch durch eine absolute Kampfleistung den Vorsprung auf den noch folgenden 700m vor den anderen Booten zu verteidigen. Schlagmann Renner sagte nach dem Rennen: „Schade, dass wir durch den Materialfehler nicht um Gold kämpfen konnten. Aber ich bin richtig zufrieden mit Silber und völlig fertig. So ein Rennen hab ich noch nicht erlebt. Aber auch Respekt an Matthias, der Sein Skull noch kontrollieren konnte und genau richtig reagiert hat, so dass wir drei weiterrudern konnten.“ Auch Trainer Markus Wöstemeyer zeigte sich begeistert: „Was für eine Leistung, mit drei Leuten noch auf Silber zu rudern! Und die Mannschaft hat sich überhaupt nicht irritieren lassen. Es gab gar keinen Zweifel daran das Rennen mit einer Medaillenplatzierung zu beenden. Einfach sensationell!“

Am späten Nachmittag mussten Keulen und Renner dann auch noch im Männer-Doppelzweier ran. Eine traditionell hart umkämpfte Bootsklasse. Nach den Ergebnissen in den Vorläufen schien im Finale alles möglich. Im Rennen entwickelte sich ein Bord-an-Bord-Kampf mit dem Boot aus Essen. Der Leverkusener Zweier setzte sich direkt an die Spitze des Feldes und fuhr einen souveränen Sieg ein. Die beiden Krefelder mussten sich Essen am Ende denkbar knapp mit drei Zehntel-Sekunden geschlagen geben. Keulen war nach dem Rennen zufrieden und sagte mit einem Augenzwinkern: „Ich konnte mich im Mixed-Vierer dann ja für die letzten zwei Drittel der Strecke schonen und Kräfte für den Doppelzweier sparen. Jan musste aber für mich mitziehen und das hat dann vielleicht den Ausschlag über Silber und Bronze gegeben.“

Der Frauen-Doppelvierer war in diesem Jahr stark besetzt wie selten. Auch die Krefelder Crew mit Marisa Staelberg, Sophie Baloghy, Lena Sarassa und Pia Renner rechnete sich Chancen auf den Titel aus. Bis zur Streckenhälfte bei 500m lagen noch vier Boote nahezu gleich auf. Dann aber konnte sich das Neusser Boot mit einem starken Spurt entscheidend absetzen und am Ende das Rennen für sich entscheiden. Den Booten aus Krefeld, Düsseldorf und Essen blieb der Kampf um die Plätze. In einem Wimpernschlagfinale sicherte sich die Mannschaft des Crefelder Ruder-Clubs Bronze hauchdünn vor Essen und ebenso knapp hinter Düsseldorf.

Am nächsten Wochenende geht es in Münster weiter. Dort werden über eine Streckenlänge von 350m die Deutschen Sprintmeister im Rudern ermittelt. Trainer Markus Wöstemeyer zeigt sich auch für die Deutsche Meisterschaft optimistisch: „Das Ergebnis gibt uns Selbstvertrauen, aber das Ergebnis lässt sich nicht einfach auf die kurze Distanz übertragen. Es sind wirkliche Sprintfertigkeiten gefragt. Wenn du auf der 1000m-Strecke nach 25 Schlägen nicht vorne liegst, hast du noch 800m um das Ergebnis zu korrigieren. Beim Sprint ist dann schon mehr als die Hälfte rum.“

Autor: Markus Wöstemeyer
Tags: Junioren | Senioren | International | RBL | Allgemeines
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