Crefelder Ruder-Club 1883 e.V.

Crefelder Ruder-Club freut sich auf Olympiasieger Kristof Wilke

Gold...
© Sabine Tschäge

3. April 2014
Riesenfreude bei den Verantwortlichen des Crefelder Ruder-Club, dass der sympathische 28 jährige Kristof Wilke, Schlagmann des Deutschlandachters, ab sofort für den Crefelder RC startet.

Den ersten Ruderschlag für seinen neuen Verein wird Wilke am kommenden Wochenende, im Männer Zweier ohne Steuermann bei der Langstrecke über 6 Kilometer, auf dem Saale-Elster Kanal in Leipzig mit seinem Partner Toni Seifert aus Leverkusen, absolvieren. (Bericht folgt)

Der gebürtige Radolfzeller hat 2005 seinen Lebensmittelpunkt vom Bodensee an den Dortmund-Ems-Kanal in Dortmund verlegt. Dort trainiert er am Bundesstützpunkt und hat sein Lehramtsstudium in Sport und Biologie begonnen. Im Herbst diesen Jahres wird Wilke mit dem ersten Saatsexamen fertig,  bevor es dann ins 2 jährige Referendariat geht.  

Anfang der Ruderkarriere

2005 gab es bereits erste Kontakte zum CRC, als er zusammen mit Moritz Koch und Matthias Simons (beide CRC) im leichten Vierer ohne Steuermann gerudert ist. Wilke schaffte bereits 2003 den Sprung in die U19 Junioren Nationalmannschaft zur JWM nach Athen. Dort aber leider auf Grund einer Salmonellenvergiftung, die spektakulär das ganze deutsche Team betraf, frühzeitig ohne Rennen abreisen musste. Wilke hatte dann ein Jahr große gesundheitliche Probleme, so dass er erst wieder 2005 voll ins Wettkampfgeschehen eingreifen konnte. Für den  1,90 Meter großen Wilke war die Gewichtsbegrenzung von 70 Kilo Körpergewicht in der leichtgewichtigen Bootsklasse, dann doch langfristig nicht zu schaffen. So entschloss er sich sein Studium im Wintersemester 2005/06 in Dortmund aufzunehmen und  am Bundesstützpunkt Dortmund in die Männer Riemen Gruppe zu wechseln. Inzwischen bei 93 Kilo Körpergewicht angekommen, qualifizierte er sich 2006 und 2007 direkt für die U 23 Weltmeisterschaften und gewann dort Gold im Zweier ohne und Vierer ohne Steuermann.

Schlagmann Deutschlandachter

Bereits 2008 holte der damalige Bundestrainer Dieter Grahn, Kristof Wilke in das Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes. Der Deutschlandachter erlitt aber 2008 bei den Olympischen Spielen in Peking mit der verpassten Finalteilnahme Schiffsbruch. Neu verantwortlich für das Flaggschiff wurde 2009 Bundestrainer Ralf Holtmeyer, der bereits 1988 in Seoul/Korea, den Deutschlandachter zum Olympiasieger formte. Die Siegesserie und damit neue Ära des Deutschlandachters, wurde 2009 in Posen/Polen mit dem Weltmeistertitel begründet. Holtmeyer schenkte Wilke nach einem Jahr im Mittelschiff das Vertrauen und setzte ihn  2010 in Neuseeland auf die Schlagposition. 2011 in Slowenien, wurde er erneut Weltmeister mit dem Deutschlandachter. Seit 2009 war der Deutschlandachter in allen Rennen ungeschlagen und damit absoluter Top Favorit für die Olympischen Spiele 2012 in Eton-London/England. Der Druck auf den jungen Wilke und die Crew war riesig, aber mit der Ruhe und Sicherheit, die Wilke ausstrahlt, konnte er seine Mannschaft in Eton-London auf den Dorney Lake, in einem Herzschlagfinale zum Sieg rudern. Für Wilke ein einmaliges Erlebnis, vor allem, weil die Zuschauerkulisse mit 35.000 Besuchern gigantisch war.

Olympische Spiele 2016 in Rio/Brasilien

Nach London stand 2013 erst einmal das Studium im Vordergrund, reduzierte Umfänge und weniger Trainingslager über den Winter waren die Folge. Wilke lies es auch offen, ob er bis Rio 2016 weiter macht, aber wie wir wissen, hat er sich dafür entschieden  und den ersten Meilenstein für Rio hat er bei der WM in Chungju/Korea 2013,  gegen Dauerrivale England mit der Silbermedaille, gelegt. 

Wilke, der das Rudern im Ruderclub Undine Radolfzell erlernt hat und auch bis letztes Jahr für seinen Club gerudert ist, ist der Wechsel zum CRC nach reiflicher Überlegung leicht gefallen. Gerne denkt er an die Anfänge in Radolfzell zurück, freut sich aber auch riesig, dass es für ihn jetzt in einem der erfolgreichsten deutschen Ruderclubs an den Start geht.

Wilkes Freundin ist seit mehreren Jahren aus dem Bundesligaachter CRC Schlagfrau Melanie Staelberg. Teil einer Ruderfamilie zu sein, das schätzt Wilke am CRC, ihn beeindruckt die kontinuierliche und erfolgreiche Jugendarbeit im CRC und die besondere Wertschätzung der aktiven Ruderer,  aber auch, dass der Breitenport und die vielen gemeinsamen Aktivitäten von einem starken Zusammenhalt des Clubs zeugen.

Was Wilke besonders am Herzen liegt, ist, dass es für ihn im Herbst nach der WM die Möglichkeit gibt, den Club bei der Bundesliga, den Deutschen Sprintmeisterschaften und der NRW Landesmeisterschaft zu verstärken und mit seinen Freunden gemeinsam im Boot sitzen zu können.

Lebenslauf:

Kristof Wilke
Geb. 17.04.1985
Studium: Lehramt Sek I und II Biologie und Sport

Sportliche Erfolge:

Mehrfacher Deutscher Meister, U 23 Meister und Jugendmeister
2003 JWM Athen/Griechenland qualifiziert
2006 U23 Weltmeister Hazewinkel/Belgien
2007 U23 Weltmeister  Strathclyde/Schottland
2007 Vizeeuropameister in Poznan/Polen
2008 Teilnahme Olympische Spiele in Peking/China
2009 Weltmeister Deutschlandachter in Posen/Polen
2010 Weltmeister Deutschlandachter in Karapiro Lake/Neuseeland
2010 Europameister Deutschlandachter Montemor-o-Velho/Portugal
2011 Weltmeister Deutschlandachter in Bled/Slowenien
2012 Olympiasieger Deutschlandachter in Eton-London/England
2013 Vizeweltmeister Deutschlandachter in Chungju/Korea
2013 Europameister Deutschlandachter Sevilla/Spanien

Autor: Sabine Tschäge
Tags: Senioren | International | Allgemeines
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