Crefelder Ruder-Club 1883 e.V.

Europameisterin – Lisa Schmidla!

1. Juni 2015
Europas Nummer 1 im Frauen Doppelvierer kommt aus Deutschland, genauer aus Krefeld! Mit der 24 jährigen Lisa Schmidla vom Crefelder Ruder-Club. Einen ungefährdeten und von allen erwarteten Sieg fuhr Schlagfrau Schmidla mit ihrer Crew auf dem Maltasee in Poznan /Polen heraus. Bei Kristof Wilke und Miriam Davids verhinderten Krankheiten einen guten EM Abschluss. Sara Davids rudert mit Ersatzfrau ins B Finale.

Einen deutlichen Vorlaufsieg konnte Lisa Schmidla mit Carina Bär/Heilbronn, Marie Catherine Arnold/Hannover und Anne Kathrin Thiele vor Großbritannien und der Ukraine errudern. Damit zogen sie direkt in das Finale ein. Durch den Sieg auf die Mittelbahn gesetzt, hatten sie das starke Boot aus Polen und den Niederlanden direkt neben sich. Und wie zu erwarten drehten die Polinnen mächtig am Start auf und übernahmen bei der ersten Zeitmessung, an der 500 Meter Marke, die Führung. „Die haben uns ganz schön den Schneid abgekauft, aber letztendlich wussten wir, dass sie das nicht ewig durchhalten können“, so Schlagfrau Schmidla, die vor der 1000 Meter Marke durch einen lang geruderten Spurt, ihr Boot in Führung brachte. Bei 1500 Metern war bereits Wasser zwischen dem deutschen Boot und Polen, doch der Schlussspurt klappte nicht ganz so harmonisch wie gewünscht, so dass die Niederländerinnen mit ihrem Bugball nochmal auf Höhe von Schmidla rudern konnten. Die Polinnen mussten ihrem hohen Anfangstempo Tribut zollen und kamen auf den Bronzerang. Platz 4 ging an Großbritannien vor der Ukraine, die amtierenden Olympiasiegerinnen, die derzeit noch nicht zu ihrer alten Stärke gefunden haben und vor dem Boot aus Frankreich. Bundestrainer Sven Ueck/Berlin hatte nach dem World-Cup in Bled nochmal Veränderungen im Deutsch Boot vorgenommen und Bär hinter Schmidla gesetzt. „Mein erster Europameistertitel macht mich stolz, aber mit dem Rennen bin ich nicht ganz zufrieden, dass uns die Polinnen am Anfang so überrumpelt haben passiert uns nicht nochmal, auch im Schlussspurt haben wir noch Reserven, die wir nutzen müssen“, gibt Schmidla für ihr Team schon mal das Trainingsziel für die nächsten Wochen vor, bevor es dann zum nächsten World-Cup vom 19. – 21. Juni nach Varese/Italien geht. Denn Schmidla weiß: „alle Überseenationen werden am Start sein und dann wird es nochmal eine Tempoverschärfung geben und die wollen wir unbedingt anführen!“ Das sollte den frisch gebackenen Europameisterinnen gelingen, die mit dem Titel gehörig Selbstbewusstsein tanken konnten.

Keine gute EM für Miriam Davids, die nach dem Hoffnungslauf krankheitsbedingt raus genommen werden musste. Zuvor hatte sie mit ihrer Schwester Sara Davids aber noch den Einzug in die Halbfinals errudert. Zum Halbfinale kam dann Ersatzfrau Anne Becker aus Halle in den Zweier. In dieser technisch hoch sensiblen Bootsklasse kein leichtes Unterfangen. „Wir haben alles probiert, aber bei den sehr schwierigen Bedingungen am Samstag gab es für uns keine Möglichkeit in diesem hochkarätigen Feld zu bestehen“, so Sarah Davids. Das B-Finale war dann nur noch Makulatur und wurde mit Platz 6 abgeschlossen. „Ich hoffe das Miriam schnell wieder fit wird, damit wir in Varese gut rudern können“, so Sara Davids.

„Die Erkältungskrankheiten machen mir immer wieder einen Strich durch die Rechnung“, erzählt eine völlig zerknirschter Kristof Wilke, der nach dem Hoffnungslauf auch abgemeldet werden musste. Sein Partner Toni Seifert/Leverkusen hatte keine Chance mehr auf einen weiteren Einsatz, da der Ersatzmann bereits im Vierer ohne aushelfen musste.

Autor: Sabine Tschäge
Tags: Senioren | International
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