Crefelder Ruder-Club 1883 e.V.

Lisa Schmidla rudert Deutschen Doppelvierer zum Sieg beim World-Cup in Frankreich

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© Detlev Seyb, www.rudern.de

23. Juni 2014
Ausnahmeathletin Lisa Schmidla vom Crefelder Ruder-Club bringt den Deutschen Doppelvierer in die Goldspur und damit zur einzigen Goldmedaille an diesem Wochenende für den Deutschen Ruderverband. Traumhafte Bedingungen auf dem Lac d’Aiguebelette in Frankreich, einer wunderschönen Naturstrecke, die in den französischen Rhône-Alpen gelegen ist.

Der Deutsche Ruderverband hatte für den World-Cup an diesem Wochenende die stärksten Skullerinnen in den Doppelvierer gesetzt und scheint damit auf dem richtigen Weg zu sein. Dabei bewies Schmidla einmal mehr, dass sie inzwischen zu einer festen Größe im DRV gereift ist und als Schlagfrau im Doppelvierer genau den richtigen Rhythmus vorgibt. „Ein Super Rennen, wir sind vorne raus gefahren und konnten im Endspurt sogar noch zulegen“, erzählt eine überglückliche Schmidla am Telefon: „ die Schlagfrequenz war heute auch sehr gut und die Mannschaft hat perfekt gepasst, vor allem bin ich Zuversichtlich, dass wir uns noch steigern!“ erzählt Schmidla lachend weiter, genau wissend, dass sie in der Besetzung erst einmal an einem Wochenende geübt haben. Dabei gab es zuvor bei allen schon ein paar Bedenken, ob sie über das Wochenende und über den Vorlauf ihr Zusammenspiel verbessern können. Sie konnten, im Vorlauf siegten sie bereits, wussten da aber noch nicht wie stark das Boot aus den USA einzuschätzen war, da es mit einer besseren Zeit den anderen Vorlauf gewonnen hatte. Aber im Finale konnten die USA nicht einmal nur kurz an den Deutschen Doppelvierer heran kommen und so siegte die Crew mit Annekatrin Thiele/Leipzig, Carina Bär/Heilbronn, Julia Lier/Halle und Schmidla mit über einer Bootslänge Vorsprung vor den USA, 3. Platz Neuseeland, 4. Platz Kanada, 5. Platz England und auf Platz 6. China. Damit übernimmt der Doppelvierer auch die Führung im World-Cup, das gelbe Trikot.

Finale geschafft, gutes Rennen gefahren, leider eine Medaille verpasst, so könnte man den Auftritt von Kristof Wilke im Vierer ohne Steuermann beschreiben. „Wir kommen immer näher an die Seriensieger und amtierenden Olympiasieger aus England in dieser Bootsklasse heran, das war der richtige Schritt“, berichtet Wilke am Telefon, sicherlich hätten sie gerne eine Medaille gehabt, aber die Übersee-Nationen mit ihren eingefahrenen Vierern sind an ihnen vorbei gerutscht. Dabei haben Wilke, Toni Seifert/Leverkusen, Maximilian Munski/Lübeck und Björn Birkner/Rheinfelden, zwei der Finalteilnehmer von der EM in das B-Final geschickt. Die Polen und Kroaten waren noch vor zwei Wochen vor ihnen. Ab der 1000 Meter Marke mussten sie neben dem führenden Boot aus England die späteren 2. Platzierten Australier und 3. Platzierten Amerikaner ziehen lassen, die 4. Platzierten Kanadier waren dann bei 1500 Metern etwas besser, so dass die Crew von Wilke auf dem 5. Platz rein kam. Wilke weiß jetzt aber, dass sie international mithalten und dass ihr Zusammenspiel von Einheit zu Einheit besser wird. Alle guten Vierer fahren in dieser technisch sehr anspruchsvollen Bootsklasse bereits eine oder mehrere Saisons zusammen. Wilkes Crew befindet sich noch am Anfang und im Aufwärtstrend, der nächste World-Cup kann kommen!

Leider wie Befürchtet, konnte Miriam Davids mit neuer Partnerin Constanze Siering aus Herne, nicht in das Finale rudern. Siering war kurzfristig für Sara Davids ins Boot gekommen, da sie einen Infekt auskurieren sollte und Bundestrainer Thomas Affeldt gerne einen zweiten Zweier an den Start bringen wollte, auch um zu schauen, ob es vielleicht noch eine schnellere Kombination gibt. „Das war schon ein deutlicher Unterschied, Sara und ich verstehen uns blind, da geht auf der zweiten Hälfte immer noch was und unsere Routine hilft uns sehr“, bedauert Miriam Davids den Ausfall ihrer Zwillingsschwester. Mit Siering an Bord versuchten sie ein gutes Ergebnis zu errudern, aber weder über Vorlauf noch Hoffnungslauf fand das Duo richtig zusammen. Am Ende wurde es ein zweiter Platz im C-Finale. 

Insgesamt gewann der Ruderverband 8 Medaillen, wobei nur die von Schmidla golden glänzte. Der Deutschlandachter hatten auf einen Start verzichtet, nachdem man die EM gewonnen hatte und es mehrere leichte Erkrankungen im Boot gab, wollte der DRV die Mannschaft schonen.

Der nächste Auftritt und damit letzte Test vor der WM Ende August in Amsterdam, ist Anfang Juli der letzte World-Cup in Luzern auf dem Göttersee.

Autor: Sabine Tschäge
Tags: Senioren | International
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