Crefelder Ruder-Club 1883 e.V.

Männerachter rudert für Deutschland

10. Juni 2011
Der Männerachter des Crefelder Ruder-Clubs geht am Pfingstsonntag in St. Petersburg für den Deutschen Ruderverband an den Start. Der Clubachter ist durch seine Sprintstärke für diese internationale Topveranstaltung nominiert worden und rudert nun in deutschen Nationalfarben gegen Spitzenboote aus der ganzen Welt.

Bereits am Freitagmorgen hob der Flieger mit den Achter-Ruderern von Düsseldorf nach St. Petersburg ab. Auf dem Programm in St. Petersburg steht neben Training und dem Wettkampf am Sonntag auch ein umfangreiches kulturelles und gesellschaftliches Programm. Unter anderem ist die Deutsche Auswahlmannschaft zu einem Empfang beim Gouverneur eingeladen.

Das Highlight bleibt für die Ruderer dennoch die Sprint-Regatta am Pfingstsonntag, die vom Weltruderverband FISA durchgeführt wird. Als Einladungsregatta hat die FISA nur die schnellsten Boote der Welt eingeladen, sodass der deutsche Achter unter anderem gegen Boote aus den USA und den Niederlanden antreten muss.

Die Nominierung als Sprintnationalmannschaft erfüllt alle Krefelder Athleten mit sichtlichem Stolz. Zwar dominieren die Krefelder Achter-Ruderer die deutsche Sprintszene deutlich und gewannen in den vergangenen beiden Jahren jeweils die Ruder-Bundesliga, sowie seit vier Jahren ununterbrochen die Deutsche Sprintmeisterschaft. Dennoch gibt es international nahezu keine Sprintregatten. Das stellt auch DRV-Cheftrainer Hartmut Buschbacher fest: "Die Crefelder haben ihre physische und psychische Stärke auf der Sprintdistanz in den letzten Jahren unter Beweis gestellt", so Buschbacher. "Die extrem kurze Strecke erfordert Sprint-Experten. Sie sind daher für diese Aufgabe genau das richtige Team", lautet seine Begründung für die Nominierung.

Ziel des FISA-Sprint-Events in Russland ist es, den Rudersport direkt in der Innenstadt den Zuschauern näher zu bringen. Ein System wie in der Ruder-Bundesliga, mit einer kurzen Streckenlänge und spannenden Rennen vor beeindruckender Kulisse, ist im Rudersport weltweit einzigartig. Doch der Weltverband ist von der Entwicklung in der Ruder-Bundesliga beeindruckt und will daher testen, ob auch international die Möglichkeiten bestehen, den Rudersport zuschauerwirksamer zu präsentieren. Und eben für diese Veranstaltung in Russland hat der Deutsche Ruderverband nun den Männerachter des Crefelder Ruder-Clubs nominiert. Eine seltene Ehre für einen Vereinsachter, geschlossen für den Deutschen Ruderverband antreten zu dürfen. "Ich bin sehr stolz in St. Petersburg im Deutschlandtrikot an den Start zu gehen", freute Andreas Baloghy aus dem Mittelschiff nach der Bekanntgabe der Nominierung am heimischen Elfrather-See.

Im historischen Zentrum von St. Petersburg werden viele Zuschauer die Möglichkeit haben, die internationalen Topathleten auf der 250m-Sprintdistanz anzufeuern. Beim Start der Ruder-Bundesliga-Saison am vergangen Wochenende in Frankfurt waren bis zu 20.000 Zuschauer am Mainufer. Wie viele es in St. Petersburg werden, darauf sind die Ruderer vom Elfrather-See gespannt. Zudem werden die Rennen im k.o.-System am 12. Juni live im russischen Fernsehen übertragen. Und auch die Frage, ob sie in St. Petersburg ähnlich erfolgreich wie in der Ruder-Bundesliga abschneiden können, interessiert die Topsportler vom Elfrather-See, die bis zu neun Mal in der Woche trainieren. Immerhin siegten sie in Frankfurt letzten Samstag mit deutlichem Abstand und übernahmen so wieder einmal die Tabellenführung in der Ruder-Bundesliga.

Angst haben die Sportler aus Krefeld vor der großen internationalen Konkurrenz keine, lediglich angemessenen Respekt. "In Deutschland sind wir mit Abstand das schnellste Boot, also brauchen wir uns sicherlich auch nicht vor den internationalen Gegnern verstecken", sagte Bugmann Larus Melka nach dem Sieg in Frankfurt selbstbewusst. "Trotzdem haben wir natürlich den nötigen Respekt vor den Gegnern und sind gespannt, was uns in St. Petersburg erwartet."


CRC Männerachter in St. Petersburg:

Matthias Simons, Thorsten Hütz, Lars Henning, Andreas Baloghy, Dirk Marterer, Moritz Koch, Larus Melka, Marc Benger

Steuermann: Freddy Böhm (Essen)

Trainer: Stefan Lier


Autor: Jan Nikolai Trzeszkowski
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Tags: Senioren | International | RBL
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