Crefelder Ruder-Club 1883 e.V.

Nominierung zur Mannschaft des Jahres

4. November 2010
Der Crefelder Ruder-Club fällt durch seine guten sportlichen Leistungen in vielen Booten auf. Passend dazu ist der CRC jetzt als einziger Verein gleich mit zwei Mannschaften bei der Wahl zur Mannschaft des Jahres nominiert worden.


Am Samstag Abend findet zum wiederholten Mal der Krefelder Ball des Sports statt. Neu ist in diesem Jahr, dass zum ersten Mal durch eine Fachkommission die Mannschaft des Jahres gewählt wird. Durch die neue Einbeziehung des Stadtsportbundes in den Ball des Sports findet diese Auszeichnung am Samstag im Seidenweberhaus statt.

Gute Chancen haben dabei auch die zwei Mannschaften des Crefelder RC die zur Auswahl stehen. Ob die beiden Mannschaften allerdings ganz oben stehen entscheidet sich erst Samstag Abend.

Crefelder Männerachter ist Spitze
Die erst Nominierung geht an den Männerachter vom Elfrather-See. Die Erfolgsgeschichte des Männerachters vom Crefelder Ruder-Club begann im Jahr 2007 vor heimischer Kulisse. Zum ersten Mal fand damals die Deutsche Sprintmeisterschaft auf Krefelder Gewässer statt, bei der sich in einem spannenden Nachtfinale das neu gegründete Flaggschiff des Crefeder RC den Sprintmeistertitel sicherte. Im gleichen Jahr folgte zudem Platz drei auf der Deutschen Meisterschaft über die olympische Distanz.
Auch in den beiden kommenden Jahren konnte der Männerachter diese Medaillen kontinuierlich in die Seidenstadt holen. Allerdings errudern sich die "Clubbies" stets noch weitere Erfolge. So belegten sie im vergangenen Jahr beim berühmten HEAD of the River Race in London Platz 15 und wurden bestes Deutsches Boot von insgesamt 420 Achtern, die im Rennen auf der Themse gegeneinander antraten.
Neu gegründet wurde 2009 zudem die Ruder-Bundesliga. In dieser Rennserie ermitteln Achter aus ganz Deutschland auf einer für den Zuschauer spannenden kurzen Sprintstrecke an sechs Renntagen jeweils einen Tagessieger um wichtige Punkte für die Tabelle zu sichern. Letztes Jahr fand der letzte dieser Renntage auf dem Elfrather-See statt und so konnte sich der Männerachter des Crefelder RC auf heimischem Gewässer über den ersten Titel als Ligachampion der Ruder-Bundesliga freuen. Lediglich ein Punkt betrug damals der Vorsprung auf das stärkste Konkurrenzboot aus Hamburg. Ein knapper Finalausgang.
Auch in diesem Jahr griff der Crefelder RC voll an und verbesserte zunächst das Ergebnis auf der Deutschen Meisterschaft. Nachdem sich die Mannschaft drei Jahre mit Bronze zufrieden geben musste, reichte es dieses Jahr zur Vizemeisterschaft. Ein erster großer Erfolg in dieser Saison für das Team vom Elfrather-See.
Der Start in der Bundesligasaison verlief hingegen nicht ganz nach den Vorstellungen des Teams. An den ersten drei Renntagen sprangen die Plätze eins bis drei heraus, so dass nach der Hälfte der Rennen das Krefelder Flaggschiff nur auf Platz zwei der Tabelle hinter den Konkurrenten aus Hamburg lag - zu wenig für die eigenen Ansprüche. Daher überlegte man sich für den vierten Lauf eine clevere Taktik. Durch langsames Rudern im Vorlauf traf man in der K.O.-Runde direkt auf den Tagesschnellsten und konnte so im Achtelfinale den aktuellen Tabellenführer in die hintere Ränge der Tagesplatzierung verweisen. Mit diesem Schachzug, bei dem der Crefelder RC alles auf eine Karte setzte, übernahm das Boot aus Krefeld die Tabellenführung und gab diese auch bis zum Ende der Saison nicht mehr ab, da der Achter in der abgelaufenen Saison insgesamt drei Tagessiege verbuchen konnte.
Nach dem Sieg in der Ruder-Bundesliga ging der Männerachter dementsprechend auch als Favorit bei der Deutschen Sprintmeisterschaft an den Start. Diese Favoritenrolle konnte die Mannschaft voll bestätigen und sicherte sich zum vierten Mal in Folge die Sprintkrone als schnellstes deutsches Boot über 350 Meter.
Auch in der kommenden Saison will die Mannschaft dementsprechend ihre Ausnahmestellung in Deutschland festigen und weiter auf Siegestour durch Deutschland gehen. Zunächst ist der Männerachter beim Ball des Sports allerdings gespannt, ob er es schafft diese tolle Leistungen mit der Wahl zur Mannschaft des Jahres zu krönen.

Lisa Schmidla im Doppelzweier nominiert
Die zweite Nominierung ging an Lisa Schmidla. Seit sieben Jahren rudert sie im Crefelder Ruder-Club und hat in dieser Zeit bereits drei Weltmeisterschafsmedaillen an den Elfrather-See geholt. Im vergangen Jahr gewann sie Gold im Juniorinnen-Einer und konnte diesen Sommer ihren goldenen Durchmarsch zusammen mit Julia Lepke (Rostock) auch im U23-Bereich feiern. Von der U23-Weltmeisterschaft in Weißrussland kehrte sie ebenfalls als Weltmeisterin zurück. Diese Kombination ist nun ebenfalls bei Wahl zur Mannschaft des Jahres nominiert.

Im Jahr 2008 qualifizierte sich Lisa Schmidla erstmals für die Junioren-Weltmeisterschaft, von der sie mit einer Bronzemedaille im Achter nach Krefeld zurück kehrte. Nach reichlichen Überlegungen mit ihrem damaligen Trainer entschied sie sich dann für die Zukunft den Weg als Skullerin einzuschlagen. Nach einer harten Saison 2009 und einem noch härteren Trainingslager wurde dies mit einer Goldmedaille bei der Junioren-WM im Einer belohnt.
Nach ihrem diesjährigen Wechsel in die nächste Altersklasse, in der sie gleich auf vier Jahrgänge traf, war sie zunächst verunsichert was sie diese Saison erwarten würde. Doch mit jedem Rennen der Saison kam sie besser in Fahrt. Aufgrund einer Nationalen Kleinbootüberprüfung stieg Lisa Schmidla mit ihrer zukünftigen Partnerin Julia Lepke aus Rostock zum ersten Mal zusammen ins Boot und rudertechnisch harmonierten die beiden auf Anhieb miteinander. Auf der Deutschen Meisterschaft in Essen setzte sich das Duo gegen die deutsche Konkurrenz durch. Mit dieser Qualifikation ging es für die beiden ins Trainingslager nach Ratzeburg, wo ihr Doppelzweier von CRC-Trainer Christoph Lüke trainiert wurde.

Bei der WM in Weißrussland musste sich das Boot im Vorlauf noch den Gastgebern geschlagen geben. Am Finaltag war der deutsche Doppelzweier aber taktisch perfekt vorbereitet und legte sich so direkt vom Start weg vor das Boot ihrer Kontrahentinnen. Jeden Versuch der Weißrussinnen anzugreifen konterten sie und konnten auf den dritten 500 Metern ihren Vorsprung weiter auf eine Sekunde ausbauen. Im Ziel war es dann längst entschieden, denn die Weißrussinnen hatten schon kapituliert, so dass der Doppelzweier mit fünf Sekunden Vorsprung gewonnen werden konnte. Alle anderen Boote hatten zu keiner Zeit etwas mit den Kampf um die Goldmedaille zu tun. Am Siegersteg fielen sich die beiden um den Hals, da sie ihren bisher größten Internationalen Erfolg feiern konnten. Auch CRC Trainer Christoph Lüke war von Lisa Schmidlas und Julia Lepkes Leistung begeistert: "Es war heute ein perfektes Rennen, dass die beiden gerudert sind. Sie haben zu jeder Zeit die volle Kontrolle über den Rennausgang gehabt und sind dafür nun mit dem Weltmeistertitel belohnt worden." Nach dem WM-Titel im Juniorinnen-Einer für Lisa Schmidla folgte in diesem Jahr nun direkt der goldene Durchmarsch in den U23-Bereich.

Mit diesen zwei Nominierungen hat der Crefelder Ruder-Club zwei heiße Eisen im Feuer, wenn am Samstag Abend die Mannschaft des Jahres gewählt wird. Ihr Ziel ist es sich gegen anderen Nominierten durchzusetzen. Dazu zählen unter anderem die Frauenwasserballer von Bayer Uerdingen, sowie die Tennismannschaft aus Osterath.


Mannschaft Männerachter 2010:
Matthias Simons, Thorsten Hütz, Lars Henning, Alexander Thierfelder, Dirk Marterer, Moritz Koch, Larus Melka, Marc Benger, Andreas Baloghy, Leonhard Zerni, Sebastian Fürst, Steuerfrau Kristin Heume, Steuerfrau Jaqueline Jozwiak


Erfolge Männerachter im Überblick:
2007:
• Deutsche Großbootmeisterschaft: Bronze
• Deutsche Sprintmeisterschaft: Gold
2008
• Deutsche Großbootmeisterschaft: Bronze
• Deutsche Sprintmeisterschaft: Gold
2009
• HEAD of the River Race, London: Platz 15 und bestes deutsches Boot (420 Boote)
• Deutsche Großbootmeisterschaft: Bronze
• Deutsche Sprintmeisterschaft: Gold
• Deutscher Ligachampion Ruder-Bundesliga
• Landesmeister NRW
2010
• HEAD of the River Race, London: Platz 23 und bestes deutsches Boot (420 Boote)
• Deutsche Großbootmeisterschaft: Silber
• Deutsche Sprintmeisterschaft: Gold
• Deutscher Ligachampion Ruder-Bundesliga

Autor: Jan Nikolai Trzeszkowski
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