Crefelder Ruder-Club 1883 e.V.

Olympiasiegerin !!! Lisa Schmidla

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© DRV

11. August 2016
Sie hat dem Druck stand gehalten und Geschichte geschrieben! Lisa Schmidla vom Crefelder Ruder-Club wird in Rio de Janeiro Olympiasiegerin mit dem Deutschen Frauen Doppelvierer. Sie haben die Nerven behalten und sich durch die gestrige Rennabsage nicht aus Ruhe bringen lassen. Ein grandioses Rennen, was das Quartett auf den Lagoa de Freitas gezaubert hat. Schmidla krönt damit ihre bisherige Karriere.

Das war nichts für schwache Nerven! Zunächst kam der Vierer von Schmidla nicht wie erwartet aus dem Startblock, erst einmal nur im Mittelfeld liegend, zogen die Polinnen davon. Allen stockte der Atem: zeigen sie doch Nerven? Doch bei 1000 Metern wanderte der Blick von Schmidla kurz rüber zu ihren Gegnerinnen und dann ging ein Ruck durch das Deutsche Boot, unaufhaltsam zogen sie ihr Tempo an. Der kraftvolle Schlag  zahlte sich bei den Gegenwind Bedingungen aus. Immer näher kamen sie den Polinnen. Bei 1500 Metern hatten sie aufgeschlossen und kurze Zeit später schoben sie ihren Bugball in die Führungsposition. Spätestens da hielt es keinen der Zuschauer mehr auf dem Sitz. Ein grandioses Rennen, was an Dramatik kaum zu überbieten war. Im Endspurt zeigte der DRV Vierer mit der Ausnahmeschlagfrau Lisa Schmidla, warum sie an diesem Tag zu Gold gerudert sind. Eine absolut taktische Meisterleistung, die die schwierigen Bedingungen in Rio genau richtig eingeschätzt hatten. Eine perfekte Einteilung des Rennens, auch wenn man am Start sicherlich gerne etwas besser los gekommen wäre. Über die Strecke dann aber die gewohnt starke Leistung der 4 jungen Frauen. Und wer Lisa Schmidla kennt, der weiß, wenn es drauf ankommt, dann kann sie Spurten und dann auch richtig! „Unsere Schlagfrau Lisa Schmidla hat einen super Endspurt gefahren" resümierten nach dem Rennen Carina Bär und Annekatrin Thiele. Das Kompliment ist aber nicht einseitig, denn auch Schmidla war voll des Lobes für ihre Teamkolleginnen: „Das fühlt sich an, wenn man wie auf Schienen gleitet, wenn die anderen hinter mir machen, was ich vorgebe." Die Polinnen mussten ihrem hohen Anfangstempo Tribut zollen und wurden von den Niederländerinnen noch auf den Bronzerang gereicht.

Es ist kaum zu fassen was Schmidla da erreicht hat, die Krönung ihrer Karriere: Olympiagold! Einst hat sie als 13 jährige über die Ruder AG der Gesamtschule Kaiserplatz mit dem Rudern angefangen, bevor sie in den Crefelder Ruder-Club eintrat. Schnell stellten sich erste Erfolge ein, mehrfache Deutsche Jahrgangsmeisterin, bei den U17 und U19, konnte sie werden. Zweimal war sie bei der Junioren WM, wo sie Bronze im Achter und im Jahr darauf Gold im Einer gewann. Sofort schaffte sie den Sprung, mit der Goldmedaille bei den U23 im Doppelvierer in Amsterdam bei der U23 WM. Es folgte die darauf folgenden Jahre noch Gold im Doppelzweier und der Königsklasse dem Einer der U23. 2012 dann die Nominierung zur Ersatzfrau für Olympia in London. 2014 dann der Weltmeistertitel in Weltbestzeit und 2015 die Silbermedaille. Alleine das liest sich schon mehr als Beeindruckend, aber der Olympiasieg am heutigen Tag setzt dem ganzen die Krone auf!

Natürlich sehen alle den Erfolg, die unzähligen Stunden an Training, die Entbehrungen und auch manche Entscheidungen, die einen hadern ließen, sind in diesem Moment aber vergessen.

Lisa Schmidla wird noch bis zum Ende der Spiele in Rio bleiben. Den ein oder anderen Cocktail an der Copa Cabana genießen, denn eins hat sie lachend verraten“ ich werde alle ausprobieren, von A-Z“,  es sei ihr gegönnt. Und ganz besonders freut sie sich auf die Abschlussfeier, bevor sie am 22.08.2016 endlich wieder zurück in die Heimat fliegt und ihren Eltern Anne und Thomas dann dort in die Arme liegen kann.      

Autor: Sabine Tschäge
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Tags: Senioren | International
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