Crefelder Ruder-Club 1883 e.V.

Ratzeburg und Hamburg für CRC Ruderer gut gelaufen

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© Sabine Tschäge

13. Juni 2016
Letzter Test vor der Deutschen Meisterschaft der U23 / U 19/ und U17

Konstantin Nowitzki wird fünfter bei Rangliste der U19 und wahrt damit seine Junioren WM Chancen. Im Doppelzweier setzt er sich erneut mit Partner Henri Schwinde aus Münster durch und ist damit weiterhin national ungeschlagen. Siege feiern die die U23 Nationalmannschaftsanwärter bei der Internationalen Regatta in Ratzeburg.

Gute Bedingungen an diesem Wochenende für die CRC Athleten im Norden. Für die U19/17 in Hamburg im Dove-Elbe Wasserpark und für die U23 in Ratzeburg auf dem legendären Küchensee. Rekordmeldeergebnis für Hamburg und starke internationale Konkurrenz in Ratzeburg.

U23 Internationale Regatta Ratzeburg

Das Trio um U23 Weltmeister Laurits Follert, Jacob Schulte-Bockholt und Marc Leske rudert im Achter eindrucksvoll zum Sieg. Die drei CRC Recken sitzen an exponierter Stelle, auf Schlag mit Leske, Co-Schlag Schulte-Bockholt und direkt dahinter der Bärenstarke Laurits Follert, der das Mittelschiff anführt. Eine Besonderheit gibt es in Ratzeburg, hier werden die Finals mit 8 Booten ausgefahren, ein imposantes Bild, das sich dem Zuschauer bietet. Vom Start an führte Schlagmann Leske den „kleinen Deutschlandachter“ wie der U23 Achter mit den bis zu 2 Meter Recken gerne genannt wird, auf Siegkurs. Bei 1500 Metern konnte der Vorsprung auf Frankreich auf 5 Sekunden (2,5 Bootslängen) ausgebaut werden. Im Endspurt lieferte sich Frankreich und Polen noch einen erbitterten Kampf um die Plätze 2 und 3, aber die Deutsche Crew war da bereits uneinholbar enteilt. Mit 4,5 Sekunden siegte Deutschland vor Frankreich und Polen. „Wir haben einen guten Streckenschlag gefunden, der sehr effektiv war, gerade die mittleren 1000 Meter haben richtig gut geklappt“, schwärmt Leske nach dem Rennen und Schulte-Bockholt fügt hinzu:“das ist schon cool, dass wir 3 CRC Athleten direkt hinter einander im Achter sitzen“. Lukas Geller erruderte in Renngemeinschaft einen guten 4 Platz.

Ebenfalls ungefährdet siegte Jonathan Rommelmann mit Partner Philipp Grebner aus Mainz im leichtgewichtigen Doppelzweier. Damit unterstrichen die amtierenden U23 Weltmeister ihre Ambition, auch in diesem Jahr wieder voll angreifen zu wollen. Leider musste Grebner am Sonntag krankheitsbedingt pausieren, mit Ersatzmann war es für Rommelmann dann schwierig den leichtgewichtigen Doppelvierer auf Kurs zu bringen. Denn sonntags sollten alle guten leichtgewichtigen Skuller im Doppelvierer ran. „Für uns ist der Doppelzweier, der ja olympisch ist, am wichtigsten und hier haben wir Samstag erneut bewiesen, dass mit uns zu rechnen ist. Den Vierer wäre ich gerne besser gefahren, aber die kurzfristige Umbesetzung lies kein besseres Ergebnis als Platz 2 zu“, so Rommelmann.

Licht und Schatten bei Michela Staelberg. Staelberg gilt als feste Größe im Deutschen U23 Doppelvierer uns Samstag zeigte die Crew um Schlagfrau Tina Christmann (Hanau), Frauke Hundeling (Hannover), Juliane Faralisch (Frankfurt) und Staelberg, was in ihnen steckt. Etwas mehr als eine Bootslänge Führung für die Deutsche Crew vor den amtierenden U23 Weltmeisterinnen aus Polen, die in Gent vor 4 Wochen noch uneinholbar erschienen. Doch am Sonntag drehten die Polinnen den Spieß um und siegten und auch noch der zweite Deutsche Doppelvierer, der aus dem Doppelzweier, Einerfahrerin und Ersatzfrau gebildet wurde, schob den Bugball davor. „Das waren einfach ein bisschen zu viele Rennen für uns, die Polinnen und auch der andere Vierer von uns, ist nur den Vierer gefahren und nicht wie wir vorher noch den Doppelzweier“, weiß Staelberg das Ergebnis ein zu schätzen. Die sehr heißen Bedingungen setzten den Athleten ordentlich zu und Doppelbelastungen waren an diesem Tag fast nicht möglich.

Ebenfalls wechselhafte Ergebnisse wies Sophie Baloghy mit ihren Partnerinnen Vera Spanke (Neuss), Christine Stöhner und Ella Cosack (beide Berlin) an diesem Wochenende auf. Sensationell setzten sie sich am Samstag gegen die stärker eingeschätzten Boote aus Frankreich und Polen durch und sicherten sich damit den Sieg. Einen Wiederholungserfolg am Sonntag blieb allerdings aus, das Quintett kam nicht richtig in Tritt und musste sich mit dem letzten Platz anfreunden, „ das haben wir heute verbockt, von Anfang an sind wir nicht ins Rennen gekommen, das wir das besser können haben wir ja gestern gezeigt“, so Baloghy.

Jacob Gebel und Lukas Geller rudern sich in das Finale des Zweier ohne Steuermann und werden dort hinter dem Deutschen U23 Boot zweiter. Für die junge Crew ein sehr gutes Ergebnis. Henriette te Neues rudert in das Finale im leichtgewichtigen Doppelzweier und wird hier 7 Boot, im Doppelvierer wird sie hinter dem Deutschen U23 Vierer, den Französinnen und Däninnen vierte.

Rangliste U19 und Internationale Regatta in Hamburg für U19/17

Konstantin Nowitzki rudert sich furios in das Finale der besten 6 Skuller. Dabei siegte er im Vorlauf und sicherte sich mit dem 2. Platz im Zwischenlauf die Finalteilnahme. Im Finale ging es direkt heiß her, denn die besten 3 werden direkt für die JWM in Rotterdam Ende August nominiert. Das hatte Nowitzki auch vor, doch im Finale war es bis zur 1500 Meter Marke ein sehr enges Feld, lediglich sein Doppelzweier Partner Henri Schwinde aus Münster konnte mit einer ¾ Bootslänge vor fahren. Im Endspurt versuchte Nowitzki nochmal auf zu fahren, am Ende trennte ihn zu Platz 3 nur eine Sekunde, was einer halben Bootslänge entspricht. Völlig ausgelaugt im Ziel mussten die Athleten erst einmal auf das offizielle Ergebnis warten. Mit Platz 5 wahrt Nowitzki seine Chancen auf die WM Teilnahme. „Erst war ich ein wenig enttäuscht, ich wollt unbedingt auf den 3 Rang, aber jetzt freue ich mich, in gutes Ergebnis, mehr ging nicht, die anderen waren heute einen Tick schneller“, analysiert Nowitzki nach dem Rennen. Weil sie bisher ungeschlagen sind und kein deutscher Doppelzweier bisher in ihre Reichweite gekommen ist, gab Bundestrainerin Brigitte Bielig ihnen die Chance sich am Sonntag gegen die Konkurrenz zu Präsentieren und erneut hieß der Sieger Nowitzki und Schwinde. Damit werden beide in 3 Wochen bei der deutschen Meisterschaft versuchen den Zweier zu gewinnen und damit die Direktnominierung zu ergattern.

Ihre Chancen in den Ersten NRW Achter/Team Nord-West zu rudern, haben Leoni Lier und Partnerin Lena Sarassa aus Lüdinghausen genutzt. Das junge Duo erruderte im C-Finale (Platz 13 -18) einen ungefährdeten Sieg ein und überspurtete damit das bisher gesetzte Boote aus Osnabrück. Eine halbe Bootslänge Rückstand zum führenden Achter vom Team Nord-Ost besiegelte, dass Lier im Achter bleiben wird, da in München vor 4 Wochen ein deutlich größerer Abstand war.

Lars Hermsdorfer und Michael Rieske mussten im leichtgewichtigen Zweier ohne an beiden Tagen mit dem 2 Platz vorlieb nehmen, wie auch im Vierer mit Jonas Geller und Tom Krüger (Düsseldorf). Ein gutes Ergebnis, was auf eine Medaille zur Meisterschaft hoffen lässt.

Das Trainerteam Sabine Tschäge und Markus Wöstemeier blickt mit Spannung auf die in 3 Wochen stattfindende Meisterschaft. Eine Herausforderung anderer Art bleibt bis dahin noch zu bewältigen, denn ursprünglich wäre die Meisterschaft in Essen, aber starker Algenbefall des Baldeneysees, hat an diesem Wochenende zur Absage geführt. Neuer Austragungsort ist Hamburg, leider konnte Duisburg oder Köln nicht einspringen. „Das ist schon einmalig! Wir bleiben zumindest nicht auf den Stornokosten für die Hotels sitzen, weil wir nach Essen pendeln würden, aber die Suche nach einer Unterkunft in Hamburg so kurzfristig, mit einer großen Gruppe, gestaltet sich nicht so einfach, zumal jetzt ja alle und das sind an die 2000 Teilnehmer, suchen. Aber auch das werden wir bewältigen“, ist sich Tschäge sicher. 

Autor: Sabine Tschäge
Tags: Junioren | Senioren | International
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