Crefelder Ruder-Club 1883 e.V.

Ruder Asse vom Crefelder RC räumen in Brandenburg bei Deutscher Kleinbootmeisterschaft ab

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© Sabine Tschäge

21. April 2015
2 Mal Silber und 2 Mal Bronze, bei den Deutschen Meisterschaften im Kleinboot, die neben den zu vergebenen Titeln auch als Qualifikationsrennen für die Nationalmannschaft dienen. Vom 17.-19.04.2015 fanden auf der Regattastrecke Beetzsee in Brandenburg die Deutschen Kleinbootmeisterschaften und die Ranglistenrennen für die U19 Junioren statt. Sonniges Wetter, mit meistens schwierig zu ruderndem Schiebewind, ermöglichten aber über die 2000 Meter faire Wettkämpfe.

Rechtzeitig wieder in Schwung gekommen ist dabei Olympiasieger Kristof Wilke, er erruderte sich souverän die Bronzemedaille mit seinem Partner Anton Braun aus Berlin und bescherte sich nachträglich zu seinem 30igsten Geburtstag, den er am Freitag auf dem Regattaplatz feierte, das schönste Geschenk. „Ich bin wirklich Happy, dass wir über den gesamten Wettkampf mit Vorlauf Viertelfinale, Halbfinale und Finale eine gleichbleibend gute Leistung abgeben konnten“, strahlt Wilke am Siegersteg. Damit kann er sich berechtigte Hoffnungen machen, dass er von Bundestrainer Ralf Holtmeyer für den erweiterten Kreis des Deutschlandachters wieder Berücksichtigung finden wird.

„Endlich!“, so der Ausspruch von Miriam Davids, die zusammen mit ihrer Zwillingsschwester Sara Davids den Sprung auf das das Treppchen zur Silbermedaille geschafft hat. In einem sehr spannendem Rennen, bei dem die Boote aus Essen/Halle und Rostock/Halle, sich bis zur Ziellinie einen erbitterten Kampf lieferten. „Das war wirklich knapp, unser Trio hat sich bis zur Ziellinie regelrecht in Führungskämpfen nach vorne gepusht“, berichtet Sara Davids, die Ausgepumpt aber sichtlich zufrieden die Vizemeisterschaft kommentiert. Jetzt müssen sie von Bundestrainer Thomas Affeldt auf jeden Fall für die Bildung der Nationalmannschaft berücksichtigt werden, wie es genau weiter geht, werden sie in den nächsten Tagen erfahren.

Eines ihrer härtesten Rennen hat Lisa Schmidla an diesem Wochenende gerudert. Völlig fertig konnte sie die Siegerehrung zur Silbermedaille, deshalb nur gestützt absolvieren. Doch ihr extra Klasse stellte die Ausnahmeathletin unter Beweis, nach verhaltenem Start und mäßigen ersten 1000 Metern, drehte sie mächtig auf und ruderte von Platz 5 auf Platz 2, dabei attackierte sie Meisterin Carina Bär aus Heilbronn so sehr, dass im Schlussspurt Schmidla nur knapp unterlegen war. „Seit Leipzig plagen mich Rippenprobleme und Anfang der Woche war ich nicht richtig fit. Die ersten 1000 Meter waren die Hölle, doch dann wollte ich unbedingt nach vorne“, so Schmidla, die einmal mehr ihren unbändigen Siegeswillen zeigte. Damit dürfte Schmidla wieder auf der Schlagposition für den Deutschen Doppelvierer probiert werden.

Alles richtig gemacht, so könnte man die Bronzemedaille von Jonathan Rommelmann im leichtgewichtigen Männer Einer kurz kommentieren. Rommelmann kam über die einzelnen Rennen an diesem langen Wochenende immer besser in Fahrt und drehte im Finale mächtig auf. „Meine Taktik ab Streckenhälfte ordentlich das Tempo zu verschärfen ist voll auf gegangen“, strahlt ein überglücklicher Rommelmann auf dem Siegertreppchen. Gerade mal eine Bootslänge trennten Rommelmann vom späteren Sieger Konstantin Steinhübel/Würzburg und Vizemeister Moritz Moos aus Mainz. Mit seiner Leistung wird Rommelmann ein fester Bestandteil in der Bildung zur U23 Nationalmannschaft werden und hofft auch für die A-WM Berücksichtigung zu finden.

Im B-Finale kam Johanna te Neues auf dem 3. Rang und damit gesamt 9te rein. „Das B-Finale geht in Ordnung, aber eigentlich wollten wir es gewinnen, nach dem Halbfinale schien das auch möglich, doch vorhin klappte es irgendwie nicht gut“, resümiert te Neues, die mit Partnerin Ulrike Törpsch aus Pirna das Ergebnis erst einmal verdauen muss. Nicht ganz ihr Ziel, schnellstes U23 Boot zu werden, hat Marisa Staelberg erreicht. Mit Partnerin Elisaveta Sokolkova aus Lauingen musste sie knapp das Boot aus Rostock passieren lassen. Zählt damit aber zum 2. schnellsten U23 Boot und kann sich berechtigte Hoffnungen für die U23 Nationalmannschaft machen. Henriette te Neues wurde in ihrem ersten Jahr zusammen mit Partnerin Anna Brendel aus Minden 8. schnellstes U23 Boot und hat damit die in sie gesteckten Erwartungen voll erfüllt. 

Licht und Schatten, so könnte man die Ergebnisse der Neuaufsteiger in den Seniorenbereich beschreiben. Gute Ansätze, aber leider noch nicht in aller Konsequenz umgesetzt. Zwar im vorderen Mittelfeld bei den U23 gelandet, ist die Enttäuschung über das verpatze Viertelfinale nicht weg zu diskutieren. Lange lagen Laurits Follert und Jacob Schulte Bockholt im Viertelfinalrennen auf der 3. Position, doch auf den letzten 500 Metern fädelten sie in der Bojenkette ein, was ihren Rhythmus erheblich durcheinander brachte und das junge Duo auf den 5. Rang zurück warf und so den Halbfinaleinzug für das A und B Finale verbaute. Marc Leske war am Sonntag sehr zerknirscht, mit Partner Rene Stüven aus Herne lief an diesem Wochenende nichts zusammen, sie schieden nach dem Vorlauf aus und fanden unter den besten 36 Booten keine Berücksichtigung mehr.

Noch immer sucht Michaela Staelberg nach ihrer alten Wettkampfform. Langsam steigerte sie sich von Rennen zu Rennen, doch wirklich alles zeigen, was sie kann, klappt im Moment noch nicht. Keine schlechte Platzierung als 5. schnellste U23 Einerfahrerin, doch leider weit hinter ihren Möglichkeiten, wird Staelberg dann zur zweiten Ranglistenüberprüfung hoffentlich zu alter Stärke gefunden haben.

Rangliste Junioren

Bereits nach der Langstrecke in Leipzig hatte der junge Simon Straßburg mit seinem 5. Platz ein erstes Ausrufezeichen gesetzt. Das bestätigte er jetzt im U19 Einer und fuhr gleich in seinem ersten Jahr in das A-Finale, wo er 6. wurde. Hier verhinderte ein kapitaler „Krebs“ (technischer Fehler), der ihn fast kentern ließ eine bessere Platzierung. Damit gehört Straßburg nun zum erweiterten Kreis der U19 Nationalmannschaft, die in 3. Wochen mit vorläufig gebildeten Doppelvierern und Doppelzweiern bei der Int. DRV Regatta in München, der internationalen Konkurrenz stellen will. Im gleichen Rennen fuhr auch Konstantin Nowitzki, der einen sehr stark besetzten Vorlauf erwischte und dort knapp 4. wurde. Jetzt konnte er nur noch um den 19. Platz rudern, dies machte Nowitzki so eindrucksvoll, dass er mit Abstand gewann und seine Ambitionen zur zweiten Rangliste untermauerte.

„Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man einen schönen Weg bauen“, so könnte man den Werdegang von Lukas Geller bezeichnen. Nachdem sein Partner kurzfristig für längere Zeit krank ausfällt, wurde am letzten Wochenende ein „Notzweier“ mit Geller und Christopher Reinhardt aus Dorsten gebildet. Prompt setzten sie sich bis in B-Final durch und siegten mit Abstand. Platz 7 in der Endabrechnung bedeutet ein fantastisches Ergebnis, das mehr verspricht und mit mehr Übung und Routine eine weitere Steigerung möglich erscheinen lässt.

„Das war ein super Wochenende für den CRC, alle unsere WM Kandidaten sind über sich hinaus gewachsen und haben tolle Rennen gerudert, ich kann nur allen ganz herzlich gratulieren“, übermittelt ein begeisterter Christoph Lüke, 1.Vorsitzender, an die Aktiven seine Glückwünsche, nachdem er am Wochenende bei allen Rennen, Live am Ticker, mit gefiebert hat.


Medaillengewinner Deutsche Meisterschaft in Brandenburg 2015

Frauen-Zweier ohne Steuerfrau:
1. Schmidt, Michaela / Schütte, Sonja, Rgm. HRV Böllberg u. Nelson/Essen-Werdener RC, 7:28.39
2. Davids, Sara / Davids Miriam, Crefelder Ruder-Club 1883, 7:29.35
3. Becker, Anne / Lepke, Julia, Rgm. HRV Böllberg u. Nelson/Rostocker RC, 7:31.27

Männer-Zweier ohne Steuermann:
1. Schmidt, Richard / Drahotta, Felix, Rgm. RV Treviris/RTHC Bayer Leverkusen, 6:35.70
2. Munski, Maximilian / Ocik, Hannes, Rgm. Lübecker RG/Schweriner RG, 6:38.56
3. Wilke, Kristof / Braun, Anton, Rgm. Crefelder RC/Berliner RC, 6:39.87

Frauen-Einer:
1. Bär, Carina, Heilbronner Rudergesellschaft ‚Schwaben‘ von 1879, 7:44.38
2. Schmidla, Lisa, Crefelder Ruder-Club 1883, 7:45.30
3. Arnold, Marie-Cathérine, Hannoverscher Ruder-Club von 1880, 7:45.31

Leichtgewichts-Männer-Einer:
1. Steinhübel, Konstantin, Akademischer Ruderclub Würzburg, 7:10.90
2. Moos, Moritz, Mainzer Ruder-Verein 1878, 7:11.01
3. Rommelmann, Jonathan, Crefelder Ruder-Club 1883, 7:13.87

Autor: Sabine Tschäge
Tags: Junioren | Senioren
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