Crefelder Ruder-Club 1883 e.V.

Samstag 13:00 Uhr Ortszeit erfolgt der Startschuss in Rio für Lisa Schmidla – Olympischer Vorlauf

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© A.Thiele

8. August 2016
Gut eingelebt hat sich das Deutsche Team und auch Lisa Schmidla vom Crefelder Ruder-Club ist gut angekommen in Rio. Nicht alle geplanten Trainingseinheiten konnten auf der Regattastrecke der Lagune Rodrigo de Freitas absolviert werden. Heftiger Wind führte zu Trainingsabsagen, die dann mit „Trockeneinheiten“ auf dem Ruderergometer kompensiert wurden. Ein Schicksal, das aber alle Nationen teilten und somit für alle die gleichen Unannehmlichkeiten brachten, somit war Chancengleichheit hergestellt. Samstag 6.8.2016 um 13:00 Uhr Ortszeit (18:00 Uhr MEZ) erfolgt der Startschuss, für den Deutschen Frauen Doppelvierer, mit der Krefelderin Lisa Schmidla an Schlag.

„Ich hatte ein wenig mit den anderen Bedingungen zu kämpfen, jetzt bin ich aber gut im Rhythmus und freue mich, dass es nach der langen Vorbereitungszeit nun endlich los geht“, so Schmidla, die mit ihrem Team zu den Favoriten gehört. Im Vorlauf geht es für Schmidla, Julia Lier/Halle, Carina Bär und Bugfrau Annekatrin Thiele direkt rund. Treffen sie doch auf die mit favorisierten Polinnen, die ihnen beim zweiten World-Cup in Luzern eine empfindliche Niederlage bei brachten. Nach diesem Rückschlag kam Lier für Marie Caterine Arnold/Hannover ins Boot und prompt stellten sie beim letzten World-Cup in Poznan/Polen Mitte Juni wieder das alte Kräfteverhältnis her, mit einem Sieg für den DRV Vierer.

Im Vorlauf kommt nur der Sieger weiter, alle übrigen müssen in den Hoffnungslauf. Den wollen Schmidla und ihr Team gerne auslassen, denn: „ jedes Rennen birgt bei den unsicheren Windverhältnissen auf der Strecke immer ein Risiko, außerdem würden wir als Siegerinnen immer die Wind günstigere Bahn im Finale bekommen, sollte es den Fall geben, dass zum Finale schwierige Bedingungen sind“, erklärt Schmidla ihre Herangehensweise für den Vorlauf. Mit ihnen im Vorlauf kämpfen noch die Vorjahres Weltmeisterinnen aus den USA, die aber in der bisherigen Saison eher mäßig unterwegs waren. Im zweiten Vorlauf starten die amtierenden Olympiasiegerinnen aus der Ukraine, Niederlande, Australien und China. Lediglich 7 Boote konnten sich seit dem letzten Jahr in einer knallharten Ausscheidung für Olympia, laut IOC Reglement, für den Doppelvierer qualifizieren. Prominente Opfer der harten Qualifikation waren z.B. die renommierten Boote aus Neuseeland, Großbritannien und Rumänien, um nur einige wenige Beispiele zu nennen.

Bis es Sonntag soweit ist, genießen Schmidla und ihr Team noch den Ausblick von ihrem Apartment in der 25. Etage. „Bei uns ist eigentlich bis auf ein paar Kleinigkeiten, die nicht der Rede wert sind, alles in Ordnung. Wir haben einen kleinen Balkon und ich bin jedes Mal überwältigt von dem phänomenalen Ausblick“, erzählt Schmidla am Telefon, denn bisher war bis auf den Wind, das Wetter immer gut. Man merkt ihr die Anspannung und Vorfreude auf das kommende Rennen an, aber Schmidla ist Mental sehr stark und weiß was sie will. Ein weiterer Pluspunkt, neben der tollen Kulisse ist auch die Verpflegung „das ist wirklich super geregelt, man findet alles und vor allem sehr Sportler gerecht. Einzig das große Zelt in dem wir essen ist wie ein Kühlschrank klimatisiert, da kommt man sich eher wie in der Antarktis, als am Zuckerhut vor“, lacht Schmidla am Telefon. Und noch etwas, worüber sie aber nicht so gerne spricht, ist, dass sie Busfahrten nicht so gerne mag, dann hat sie schon mal mit leichter Reiseübelkeit zu kämpfen. Eigentlich sollte die Fahrt vom Dorf zur Regattastrecke maximal 60 Minuten, eher 45 Minuten dauern, daraus sind dann aber: „unter der Woche fahren wir 1,5 Stunden und am Sonntag schaffen wir 1 Stunde, das sind immer 2-3 Stunden Fahrt hin und zurück“, so Schmidla, aber auch das wird sie von ihrem Weg nicht ab bringen und das sie jetzt schon, anders als in London, von Anfang an im olympischen Dorf wohnen weiß sie zu schätzen: „ die Atmosphäre ist einfach einzigartig, das macht richtig Lust auf Rennen, das möchte ich nicht missen. Die Busfahrten nehme ich billigend in Kauf!“

Noch einmal schlafen und dann geht der Traum der Lisa Schmidla aus Krefeld los: Ihr erstes Olympisches Rennen und das als Schlagfrau des Deutschen Frauen Doppelvierers – wir drücken die Damen!

Autor: Sabine Tschäge
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Tags: Senioren | International
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